Wikipedia-Praxistipps – Lektion 4: Fehler vermeiden

von | 10. Dez 2021 | PR

Lesedauer: 4 Minuten

Lesetipps

Kommunikation in Wikipedia ist seit vielen Jahren einer unserer Arbeitsschwerpunkte. Nicht nur mit dem Wikipedia-Leitfaden, sondern darüber hinaus mit der Unterstützung bei zahlreichen Projekten unserer Kunden haben wir uns einen Namen gemacht und sind heute ein gefragter Ansprechpartner. Während der Leitfaden als Einführung und Arbeitshilfe gedacht ist, um Artikel zur Firma, den Marken oder der Unternehmerperson in die Wikipedia zu bringen, geht es bei den „Wikipedia-Praxistipps“ um praktische Detailfragen und besondere Herausforderungen.

Nach Tipps zu Personen- und Unternehmensartikeln sowie zum Belegen und Zitieren steht im vierten Teil der Artikelserie das Vermeiden von Fehlern im Blickpunkt, die gravierende Folgen nach sich ziehen können. Zum einen geht es um den Umgang mit dem eigenen Wikipedia-Konto, zum anderen um Fehler, die bei der Community Skepsis hervorrufen und die schlimmstenfalls zu „unschönen Erfahrungen“ wie Rückgängigmachungen, Löschungen oder Sperrung führen.

Wikipedia-Konten: Zugang unbedingt beschränken

Ein sorgloser oder leichtfertiger Umgang mit Social-Media-Accounts stellt eine große Bedrohung für Unternehmen dar. Dies gilt auch für Wikipedia. Gelangt der Zugang in die falschen Hände, kann dies unliebsame Folgen haben – bis hin zur Sperrung des Kontos. Exakt so hat es eine uns bekannte Kommunikationsleiterin erleben müssen, die die Zuständigkeit für Wikipedia an die Marketingabteilung ihres Unternehmens „abtreten“ musste. Der Wechsel hatte zur Folge, dass werbliche Inhalte in den Artikel des Unternehmens eingepflegt wurden, was zur Sperrung führte. Nur mit viel Aufwand war es möglich, später wieder in der Wikipedia mitzuarbeiten.

Um solchen Erfahrungen vorzubeugen, sollten Unternehmen sicherstellen, dass nur solche Personen über den Zugang verfügen, die sachlich kommunizieren und sich mit den Regeln und Gepflogenheiten der freien Enzyklopädie vertraut gemacht haben. Online-Marketing-Fachleute sind in der Regel keine passenden Benutzer, da es der Wikipedia nicht um Werbung und Innensicht, sondern um eine neutrale und quellenbasierte Darstellung des Unternehmens geht. Die Betreuung des offiziellen Wikipedia-Kontos ist daher bei den Verantwortlichen für die Unternehmenskommunikation am besten aufgehoben.

Sabotage vorbeugen

Ebenso riskant ist die Zugangsverwaltung über Excel-Tabellen. Schließlich ist Wikipedia eine Plattform von enormer Bedeutung und manipulationsanfällig. Dass ein geschasster Mitarbeiter den früheren Arbeitgeber sabotiert, kommt häufiger vor, als viele denken – dem sollten Unternehmen nicht auch noch Vorschub leisten. Nach dem Need-to-know-Prinzip sollte der Zugang am besten nur der Person bekannt sein, die mit der Aufgabe betraut ist. Gleichzeitig gilt es zu verhindern, dass das Passwort verlorengeht, wenn der Mitarbeiter die Firma verlässt. Wurde bei der Anmeldung keine E-Mail-Adresse angegeben, ist eine Wiederherstellung des Zugangs nicht möglich – selbst über das Support-Team nicht.

Verschleierung – schlimmer geht es kaum

Immer mehr Unternehmen wirken in der Wikipedia mit, um den eigenen Artikel aktuell zu halten. Dies ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Problematisch wird das Engagement in der Online-Enzyklopädie, wenn sich Unternehmen nicht an die Regeln halten. Zu den schlimmsten Verstößen gehören verschleierte Änderungen: Unternehmen dürfen mitwirken, jedoch nur angemeldet und mit verifiziertem Benutzerkonto. Wer sich nicht daran hält und ohne Anmeldung oder mit dem privaten Benutzerkonto aktiv wird und den Unternehmensartikel schönt, erleidet bei einer Aufdeckung einen immensen Reputationsverlust – bis hin zur Sperrung. Unter Umständen landen Manipulationsversuche sogar in den Medien.

Des Weiteren tun Unternehmen gut daran, nicht unvorbereitet zur Tat zu schreiten, sondern sich gründlich in das Regelwerk und die Gepflogenheiten einzuarbeiten. Beispielsweise verzichtet die Online-Enzyklopädie auf akademische Titel, selbst bei Vorstandsvorsitzenden. Wenn ein Benutzer aus Unwissenheit dennoch akademische Titel verwendet, führt dies nicht selten dazu, dass die Community ihm dauerhaft mit Skepsis begegnet. Ebenso verpönt sind PR-Botschaften, ein weiterer typischer Anfängerfehler – denn Wikipedia ist keine Marketingplattform für eine Selbstdarstellung. Wer den neutralen Standpunkt („Neutral Point Of View“) missachtet, riskiert die Löschung seiner Artikeländerungen und im Wiederholungsfall eine Sperre des Benutzerkontos.

Vorsicht mit unbelegten Änderungen

Ein Fauxpas sind nicht zuletzt unbegründete, nicht belegte Artikeländerungen, die bei der Community im Rahmen der Überprüfung zu Mehraufwand führen, sowie irrelevante Weblinks, etwa auf Unterseiten der eigenen Unternehmenswebsite, die für Wikipedia keine Relevanz besitzen. Beides ist zu vermeiden. Wenn ihr zudem darauf achtgebt, andere nicht zu siezen, sondern den Gepflogenheiten entsprechend zu duzen und immer sachliche und faktenbasierte Argumente anzuführen, seid ihr auf einem guten Weg.

Tipp: Unternehmen als Benutzern begegnen andere Wikipedianer mit weniger Vorbehalten, wenn sie nicht ausschließlich den eigenen Artikel fokussieren, sondern sich auch an anderer Stelle einbringen, etwa bei Artikeln zu ihrem Fachgebiet. Sie erreichen mehr Glaubwürdigkeit – und ein überbordendes Engagement wird hier auch gar nicht erwartet.

In Lektion 5 der Artikelserie „Wikipedia-Praxistipps“, Mitte nächsten Jahres, erfahrt ihr, warum ihr die Artikel, die euer Unternehmen betreffen, dauerhaft im Blick behalten solltet – und was bei der Auswahl eines Wikipedia-Dienstleisters zu beachten ist.

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