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Was ist eigentlich … Snapchat?

12.Mai 2016 - Social Media -

Mittlerweile hat jeder mindestens einmal von dieser App gehört: Snapchat. Eine kleine simple Anwendung, die die Jugend weltweit begeistert. Doch was ist Snapchat überhaupt und wie funktioniert die App? Was macht sie so beliebt? Und noch interessanter: Lohnt es sich für Unternehmen, Snapchat für die Unternehmens- bzw. Produktkommunikation zu nutzen, oder ist die App nur für private Zwecke geeignet?

Wie funktioniert Snapchat?

Snapchat kombiniert zwei Funktionalitäten: Snap, also Video und Foto sowie Chat, also der Messenger, erklärte Journalist und Moderator Richard Gutjahr in seinem Vortrag „Snapchat reloaded“ auf der diesjährigen CeBIT. Snapchat vereine somit die zwei beliebtesten Smartphone-Funktionen in einer App: Die Snapebene nimmt Fotos und Videos auf, die Chatebene – der Name impliziert es – ermöglicht es, zu chatten.

Nutzer können Menschen über sogenannte Snapcodes folgen oder über ihre Nutzernamen adden. Zudem können sie aufgenommene Bilder und Videos mit Text, Emojis oder individuellen Malereien verzieren. Des Weiteren ist es möglich, Snaps entweder an Freunde zu verschicken oder zu einer Geschichte zusammenzustellen. Eine Geschichte beinhaltet mehrere Videos oder Fotos, die jeweils eine Länge von maximal zehn Sekunden haben. Nach 24 Stunden löscht sich ein Snap beziehungsweise eine Geschichte von selbst. Vorher können Nutzer ihre Inhalte auf ihrem Smartphone abspeichern, damit sie nicht verloren gehen.

Warum der Hype?

Über 100 Millionen aktive Nutzer nutzen Snapchat täglich. Davon sind 37 Prozent der monatlichen U.S.-Nutzer zwischen 18 und 24 Jahren alt. Dies sind nur zwei von vielen weiteren eindrucksvollen Werten, die Snapchat veröffentlicht hat. In Deutschland ist es nicht anders: Laut einer Studie von Statista sind 52 Prozent der Nutzer zwischen 16 und 24 Jahren alt. Und von den 100 Millionen Nutzern weltweit, sind immerhin 3 Millionen in Deutschland. Gutjahr zufolge liegt der Erfolg der App darin, dass sie alle bisherigen Regeln der Social Networks bricht. Es gibt keine Likes, keine Zähler als Maßstab für Erfolg und keine Shares. Nutzer können Personen folgen, sich ihre Inhalte angucken, und nach 24 Stunden sind alle geposteten Bilder und Videos gelöscht. Auch Journalist Jonas Jansen von der FAZ sieht die Vergänglichkeit der geposteten Inhalte als entscheidenden Unterschied zu anderen sozialen Netzwerken.

Snapchat für Unternehmen

Snapchat entwickelt sich zunehmend zu einem starken Trend. Doch lohnt es sich für Unternehmen ihm zu folgen? Die Ergebnisse der NewsCred-Studie zeigten, dass fast 9.000 Fotos jede Sekunde auf Snapchat geteilt werden und 54 Prozent aller Snapchatter die App täglich nutzen. Klingt nach vielversprechenden Fakten für Unternehmen, die überlegen, Snapchat in ihre Kommunikation aufzunehmen.

Unternehmen können die App sehr unterschiedlich anwenden. Gutjahr nennt in seinem Vortrag unterschiedliche Beispiele: Während der Fernsehsender CNN auf Snapchat abgestimmte Inhalte verbreitet, lässt das Weiße Haus hinter die Kulissen blicken. Der FC Bayern München hingegen snappt regelmäßig das Training. Alle Marken generieren auf ihre eigene Art und Weise einzigartigen Content für ihre Follower. Weitere Beispiele, wie Unternehmen Snapchat nutzen können, finden Sie in diesem Artikel.

Eine für Unternehmen ebenfalls interessante Funktion ist Discover. Sie bietet Medienpartnern, darunter Vice, MTV und BuzzFeed, die Möglichkeit, redaktionelle Inhalte auf Snapchat zu verbreiten. Discover ist fest auf der Startseite der App platziert, sodass alle Nutzer die dargestellten Medienpartner sehen können. Die dort geposteten Inhalte sind oft kreativ gestaltet und bieten neben den Informationen für die Zuschauer natürlich auch eine Werbeplattform für das Unternehmen.

Auch über sogenannte Geo-Tags können Unternehmen für sich werben. Normalerweise dienen Geo-Tags als Verzierungen der Snaps. Nimmt man in einer Großstadt wie Berlin ein Foto auf, besteht die Möglichkeit, es mit einer zum Ort passenden Überschrift zu verzieren – einem Geo-Tag. Dieses Prinzip funktioniert ebenso gut mit Werbung. Die als Filter anwendbaren Werbebanner sind geschmackvoll und kreativ designt. Weitere Shares des Fotos seien unwichtig, denn der Nutzer ist bereits mit der Marke in Berührung gekommen, so Gutjahr.

Blogger bieten als Influencer Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Die Influencer, darunter viele YouTuber, versorgen ihre zahlreichen Follower täglich mit den neuesten Updates aus ihrem Alltag.

Wie können Unternehmen Snapchat für sich nutzen?

Unternehmen können sich auf Snapchat einzigartig präsentieren. Wenn Sie sich jetzt unsicher sind, wie Sie Ihr Unternehmen angemessen und unverwechselbar in Szene setzen können, hilft die folgende Studie von Marketo. Deren Infografik mit dem Titel „Leveraging Snapchat for Brands“ stellt grundlegende Anwendungsfälle für Marken auf Snapchat vor:

  • Gewinnspiele
  • Vorstellung neuer Produkte und Sneak Peaks
  • Gutscheine
  • Einblicke hinter die Kulissen
  • Vorstellung neuer Mitarbeiter
  • Gezielte Ansprache mit Videos

Sind Snapchat-Nutzer bereit für Branded Content?

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, sich als Unternehmen auf Snapchat zu profilieren, stellt sich die Frage: Springen die Anwender auf werbenden Content an? Die NewsCred-Studie liefert, neben den eindrucksvollen Nutzerzahlen, erstaunliche Ergebnisse bezüglich der Interessen der Nutzer. 54 Prozent schauen sich niemals die Discover-Geschichten an, und 42 Prozent wenden nie Werbe-Geo-Tags an. Auf die Frage, wie oft sie etwas, was sie auf Snapchat sehen, kaufen, antworten 87 Prozent der Nutzer mit „Niemals“. Snapchat-Nutzer agieren also, trotz ihrer hohen Aktivität in der App, nicht viel mit den sogenannten Branded Features.

Redakteur Patrick Beuth berichtet in seinem Online-Beitrag „Wir kommen in Frieden“ humorvoll über das Vorhaben vieler Medienhäuser, die Anwendung einzunehmen und die Nutzer für sich zu gewinnen. Eindrucksvolle Nutzerzahlen und zahlreiche tägliche Videoaufrufe locken diese an. Bisher ist Snapchat für seine Anwender nur ein Spielzeug, eine Möglichkeit, sich mit Freunden auszutauschen und einfach Spaß zu haben. Für Werbung ist hier – noch – nicht viel Platz.

Fazit: Ist Snapchat für die Unternehmenskommunikation geeignet?

Die App steht bei der werberelevanten Zielgruppe aktuell hoch im Kurs. Das alleine reicht jedoch noch nicht als Argument, Snapchat dauerhaft in die Unternehmenskommunikation zu integrieren. Der Hype sollte kein Zwang sein, mitzumachen. Unternehmen sollten Snapchat nur dann nutzen, wenn sie fest davon überzeugt sind, dass ihre Kampagne in dieses junge und einzigartige Netzwerk passt. Für die jungen Nutzer ist Snapchat größtenteils eine nette Spielerei, eine Plattform, auf der sie unter sich sein möchten. Klassische Werbung wird hier eher als Störfaktor empfunden. Bevor Sie sich für eine Kampagne auf Snapchat entscheiden, stellen Sie sicher, dass das Produkt zum Network passt und Sie vor allem die Snapchat-Sprache beherrschen. Nur dann hat Ihre Kampagne Aussicht auf Erfolg.

Sollte Ihr Unternehmen Snapchat nutzen?

Sie sind sich noch unsicher, ob Snapchat für Ihr Unternehmen geeignet ist? Machen Sie den Test!

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Autorin: Tatjana Fuchs

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Ein Beitrag von Aufgesang-Team



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