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Vitamin K – Kreativsein mit System

24.Juni 2013 - Software und Tools -

„Denken Sie sich dazu mal was aus!“ Mit leerem Kopf und unter Zeitdruck ist das weiße Blatt mehr Qual als Chance. Kreativsein gehört zum Agenturalltag. Wir wissen, nicht viele gute Ideen entstammen einem Geistesblitz. Gute Ideen sind Arbeit, sie erfolgen mit System. Methoden, kreativ zu sein, gibt es viele: Sie reichen vom bewährten Brainstorming bis zur weniger verbreiteten TAF-Methode. Wir haben tief in die Vitamin K-Kiste gegriffen und stellen ein paar vielversprechende Kreativitätstechniken vor – Bewertung inklusive.

Unabhängig von der Methode verfolgt das systematische Ideenentwickeln drei Schritte: Spinnen, Bündeln und Auswählen. Zunächst entwickeln die Kreativen viele Ideen, bündeln diese im Anschluss zielgerichtet und wählen schließlich die besten Konzepte aus.

Assoziationen bilden
Diese Methode ist dem klassischen Brainstorming und Mindmap ähnlich. Manchmal braucht das Gehirn nur einen Anschub, um ansonsten weniger relevante Gedanken ins Bewusstsein zu befördern. Der Anwender dieser Technik schreibt wahllos alle Assoziationen rund um die Aufgabenstellung auf. Eine Mindestquote (zum Beispiel 50 Assoziationen) ist wichtig, damit das Gehirn gefordert wird. Die Assoziationen am Ende der Gedankenkette müssen nichts mehr mit dem Ausgangsbegriff zu tun haben. Schließlich gruppiert der Anwender die Ergebnisse thematisch, so dass eine Mindmap entsteht. Das Kombinieren mit anderen Techniken ist sinnvoll.

• Besonders geeignet für Allrounder
• Geeignet für das Team und für die Arbeit alleine
• Zeitbedarf: mittel
• Anzahl der Ideen: mittel
• Originalität der Ideen: mittel

Analogien suchen
Sinn ist es, sich von der Ausgangsfrage zu lösen. Der Anwender überlegt, wie sein Produkt oder seine Dienstleistung funktioniert und wirkt. Im zweiten Schritt sucht er nach Dingen, die genauso funktionieren und wirken. Wichtig ist es, nach Analogien zu suchen, die noch nicht verbraucht sind. Dies können aktuelle Ereignisse oder Geschehnisse in Kinofilmen, Fernsehen, Musik oder Politik sein. Ein Unternehmen, das dem Konsumenten mit seinem Produkt einen Vorteil oder eine bessere Ausgangsposition verschafft, kann zum Beispiel mit der Analogie „Pole-Position“ aus der Formel 1 spielen. Diese Technik kann Schwieriges leicht oder scheinbar Langweiliges originell machen. Es geht um Darstellungsvielfalt, weniger um Themenvielfalt.

• Besonders geeignet zum Erklären und Vereinfachen
• Vor allem geeignet für die Arbeit alleine
• Zeitbedarf: mittel
• Anzahl der Ideen: mittel
• Originalität der Ideen: hoch

Perspektivenwechsel
Neue Perspektiven bringen auch neue Ideen. Der Anwender notiert hierfür zunächst seine Ausgangsfrage oder seine Ausgangssituation. Er überlegt dann, welche Menschen mit diesem Thema zu tun haben. Dies sind die Perspektiven, die er im dritten Schritt einnimmt: Welche Fragen, Ansichten und Gedanken haben die verschiedenen Menschen zum Thema? Die Gedanken dazu notiert er, sie sind die Basis für das Entwickeln von Themen. So können ganz neue Artikel, Reportagen oder Interviews entstehen, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

• Besonders geeignet für die Konzeption von Artikeln
• Vor allem geeignet für den Einsatz im Team
• Zeitbedarf: hoch
• Anzahl der Ideen: mittel
• Originalität der Ideen: sehr hoch

Fünf W-Fragen
Mit dieser Technik erfragen sich die Kreativen neue Ideen. Der Anwender dieser Technik startet mit den fünf W-Fragen – Wer? Wo? Was? Warum? Wie? Er denkt sich rund um das Thema fünf Fragen zu jedem W aus. Üblicherweise begnügt man sich mit einer Frage zu jedem W, spätestens ab der dritten werden die Fragen daher ungewöhnlich und die Ideen vielfältig. Diese Technik funktioniert auch unter Zeitdruck gut.

• Besonders geeignet für das Entwickeln verschiedener Aspekte eines Themas
• Vor allem geeignet für die Arbeit alleine
• Zeitbedarf: gering
• Anzahl der Ideen: sehr hoch
• Originalität der Ideen: eher gering

Die Negativliste
Was weiß ich über das Thema nicht? Die Umkehrfrage ist weniger strukturiert, bringt daher aber originellere Antworten. „Dumme Fragen“ und Albernheiten sind willkommen. Nach dem Sammeln schaut sich der Anwender dieser Kreativtechnik die Fragen an und überlegt sich auf deren Basis Maßnahmen: Witzige Schätzfragen, ungewöhnliche Kooperationen, kreative Artikelthemen…

• Besonders geeignet für neue und unbekannte Aspekte eines Themas
• Geeignet für das Team und für die Arbeit alleine
• Zeitbedarf: gering
• Anzahl der Ideen: mittel
• Originalität der Ideen: hoch

Die 635-Methode
Der Name „635“ steht für sechs Teilnehmer, drei Ideen und fünf Weitergaben. Jedes Teammitglied erhält ein Blatt Papier mit einer Tabelle und der genauen Aufgabenstellung. Jeder schreibt drei spontante Ideen in die dafür vorgesehenen Felder und gibt seinen Bogen an den Nachbarn weiter. Dieser lässt sich von den Ideen des Anderen inspirieren oder entwickelt sie weiter. Erneut wird das Blatt weitergereicht. Nach fünf Weitergaben hat das Team 90 Ansätze vorliegen, die dann ausgewertet werden können.

• Besonders geeignet für das Entwickeln zahlreicher Ideen in kurzer Zeit
• Nur geeignet für die Arbeit im Team
• Zeitbedarf: gering
• Anzahl der Ideen: sehr hoch
• Originalität der Ideen: hoch

Die TAF-Methode
TAF steht für Thema – Assoziationen – Fragen. Diese Methode eignet sich, um in kurzer Zeit Ideen für Themen zu entwickeln. Zu einem Schlüsselbegriff werden zunächst alle Gedanken und Erinnerungen aufgeschrieben. Hier ist es wichtig, frei und unbewertet zu denken. Im Anschluss stellt der TAF-Anwender systematisch Fragen an diese Begriffe. Auf Basis dieser Fragen entstehen Ideen, beispielsweise für Artikel und Aktionen. Ein Beispiel: Zum Thema „Wanderschuhe“ fällt einem die Assoziation „Berge“ und die entsprechende Frage „Welche Berge eignen sich besonders gut zum Wandern?“ ein. Es folgt die Idee: Der Hersteller von Wanderschuhen könnte seine Facebook-Fans nach ihren Favoriten für Bergwanderungen fragen und anschließend einen Artikel über die Top 5 veröffentlichen.

• Besonders geeignet für das schnelle Entwickeln von Themen
• Geeignet für die Arbeit alleine
• Zeitbedarf: gering
• Anzahl der Ideen: sehr hoch
• Originalität der Ideen: eher gering

Nach der kreativen Phase folgt das Verdichten, Kombinieren und Zusammenfassen der Ideen: Konkrete Vorschläge werden formuliert. Es folgen Gedanken zur möglichen Umsetzung der einzelnen Ideen. Erst dann fällt die Entscheidung.

Zum Schluss steht immer die Frage: Begeistert meine Idee? Begeistern soll sie nicht irgendwen, begeistern soll sie die Zielgruppe. Von dieser muss die Idee als relevant oder originell empfunden werden. Nicht zu vergessen: die Gatekeeper. Die Idee muss auch die Redakteure, Multiplikatoren oder Administratoren gewinnen. Ist dies nicht der Fall: Kill your darling! Ein bisschen Mut gehört dazu.

Eine originelle Alternative: die Creativity-App. Die App bietet mehr als 150 kreative Tipps und Methoden, ermöglicht das Teilen von Ideen und hilft dabei, um die Ecke zu denken. Reinschauen lohnt sich!

Autorin: Anja Beckmann

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