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Unternehmerische Perspektiven: NWJ impulse in der Commerzbank Hannover

10.Dezember 2014 - Aufgesang unterwegs -

© Foto Genz

Wo sehen deutsche Mittelständler Investitionsbedarf im eigenen Unternehmen? Welche Rolle spielen wirtschaftliche und gesellschaftliche Trends bei Investitionsentscheidungen? Werden Investitionen zurückgestellt? Wir von Aufgesang waren als Mitorganisator wieder mit dabei, als es hieß 6 x 6 Minuten: In sechs interessanten Vorträgen berichteten die Referenten bei den NWJ impulsen am 6. November 2014 über unternehmerische Perspektiven mit Blick auf den Außenhandel. Sie gaben wertvolle Hinweise zu Wettbewerbsvorteilen durch Internationalisierung und nannten Erfolgsfaktoren.

Zu Gast waren die NWJ impulse „Unternehmerische Perspektiven“ – wie bereits in den vergangenen Jahren – in der Commerzbank Hannover. Heiner Nebel, Herausgeber des Niedersächsischen Wirtschaftsjournals, bedankte sich herzlich bei Mitgastgeber und Hausherr Robert Cholewa für die erneute gemeinsame Veranstaltung in dem historischen Gebäude in der Königstraße. Weiterer Gastgeber war Philipp Neddermeyer von der AGA Norddeutscher Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e. V., der leider aufgrund eines Ausland-Aufenthalts nicht persönlich teilnehmen konnte.

Investitionsstrategien im Mittelstand

Den ersten Impulsvortrag hielt Abida Rafiq, Relationship Managerin im Fachbereich Vertriebsmanagement Großkunden & International der Commerzbank AG. Sie stellte die aktuelle Studie der Commerzbank „Vorsicht versus Vision: Investitionsstrategien im Mittelstand“ vor und erläuterte mittelständische Investitionsstrategien in einem sich ändernden internationalen Umfeld. Der deutsche Mittelstand sei zufrieden mit seinem Investitionsvolumen. Wirtschaftswissenschaftler sähen jedoch mehr Potenzial, besonders in Wachstumsprojekten. Generell sei die Entscheidungsfreude für Investitionen im Mittelstand seit 2012 gestiegen. Allerdings erschwerten immer noch wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen sowie die Angst vor dem Fachkräftemangel die Umsetzung. Noch vor Markenaufbau und Produktentwicklung haben Personal und Organisationsentwicklung Priorität. Zurückhaltend sei der Mittelstand in Sachen Fremdfinanzierung. Obwohl es nur wenige Probleme gebe, seien Kredite unbeliebt. Ökonomen rieten allerdings dazu, diese öfter in Betracht zu ziehen. Unternehmer wünschten sich in dieser Hinsicht mehr unabhängige Beratung von Banken. Ungefragt sähen die Mittelständler öffentliche Investitionen als unbedingt notwendig an, besonders in Infrastruktur und Bildung. Diese sollten sich aber nicht aus neuen Schulden finanzieren.

Stimmungsbarometer Außenwirtschaft

Zweiter Impulsgeber war Alexander Scheibner von der AGA Norddeutscher Unternehmensverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistung e. V., der in Vertretung für Philipp Neddermeyer gekommen war. Er gab das Stimmungsbarometer der AGA zum Thema Außenwirtschaft wieder. Die Lage sei für den Groß- und Außenhandel im Norden angespannt und internationale Krisen verunsicherten die Unternehmer. Die Perspektive sei getrübt und die Gewinnerwartung sinke. Insbesondere die Sanktionen gegen Russland spielen derzeit eine Rolle. Laut einer Umfrage unter 3.500 AGA-Mitgliedsunternehmen sei etwa ein Viertel von den Sanktionen wirtschaftlich betroffen. Für 14 Prozent sei das Russland-Geschäft sogar ganz zum Erliegen gekommen. Rund 90 Prozent der Unternehmen glauben, dass der Konflikt noch lange nicht zu Ende sei und man sich auf einen langwierigen Prozess einstellen solle. Allerdings habe die Mehrzahl der Unternehmer die geplanten Investitionsvorhaben in 2014 auch realisiert. Sein Impuls: „Gerade jetzt müssen die wirtschaftspolitischen Impulse gesetzt werden, um die Unsicherheit bei Unternehmen nicht zu vergrößern und die Weichen für die Zukunft zu stellen.“

Nähe als Erfolgsfaktor für den strukturierten Eintritt in neue Märkte

„Fokus Europa – Nähe als Erfolgsfaktor für den strukturierten Eintritt in neue Märkte“ war das Thema von Tobias Hain, Partner und Geschäftsführer von der hahn,consultants gmbh. In welchen internationalen Märkten liegt das größte Potenzial? Was sind die Motive für Auslandsinvestitionen? Laut einer DIHK-Umfrage aus 2014 seien es vor allem Aufbau von Vertrieb und Kundendienst gefolgt von Markterschließung und Kostenersparnis. Regionale Schwerpunkte der Internationalisierung lägen hauptsächlich in der EU, gefolgt von China, Nordamerika und Russland. Insbesondere die alten und neuen EU-Länder seien in Bewegung und ein interessanter Markt für mittelständische Investoren, da im europäischen Raum aktuell weniger Unsicherheit herrsche. Der Einstieg in internationale Märkte erfolge häufig zunächst über den Export. Eine untergeordnete Rolle spielten Strategien mit hohem Einstiegsrisiko, wie Joint Venture oder die Gründung von Tochtergesellschaften. Generell erleichtere kulturelle Nähe den Einstieg in neue Märkte. Internationalisierungsstrategien müssten in das Konzept des Geschäftsmodells passen, dann sei eine solide Basis für Visionen gegeben. Der Impuls von Tobias Hain: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Beachten Sie bei der Entwicklung Ihrer Internationalisierungsstrategie die kulturelle und räumliche Nähe zu unseren europäischen Nachbarn und gehen Sie Ihren Internationalisierungsprozess strukturiert und in Ableitung Ihres heutigen Geschäftsmodells an.“

Erfolgreicher Expansion für KMU durch Internationalisierung

Dr. Christian Rimpler berichtete in seinem Impulsvortrag von „Erfolgreicher Expansion für KMU durch Internationalisierung“ am Beispiel seines eigenen Unternehmens. Mit seinem Einblick in die Internationalisierung der Dr. Rimpler GmbH wollte er den Gästen der Veranstaltung Mut machen, diesen Weg einzuschlagen. Voraussetzung sei zunächst einmal die Stärken den Schwächen, und die Chancen den Risiken gegenüberzustellen. Die Definition der Ziele und des Budgets sei unabdingbar. Investitionen sollten am Produktionsstandort Priorität haben, erst dann könne man Expansion betreiben. Kontaktpflege und der Aufbau von Vertrauen zu Geschäftspartnern sei im Mittelstand Chefsache. Um Fauxpas im internationalen Geschäft zu vermeiden, gelte es im Vorfeld die Kultur und die Gepflogenheiten seines Gegenübers zu studieren. Sein Impuls: „Think global, act local.“

Wie sich auch Kleinunternehmen internationale Märkte erschließen können

Ebenfalls aus Sicht eines Unternehmers berichtete Carsten Feuerhake der Bioclimatik GmbH über das Thema: „Wie sich auch Kleinunternehmen internationale Märkte erschließen können“. Er verriet Erfolgsfaktoren bei der internationalen Markterschließung: Fokus auf bestimmte Länder, starke ausländische Partner, Einsatz moderner Technologie, eigene Lehrkräfte und qualifiziertes Personal sowie eigene Vertriebsstrukturen, eine eigene Marketingstrategie und Spezialisierung auf bestimmte Branchen. Die Ziele der Expansion sollten zum jeweiligen Land passen. Vorsicht sei beim Wissenstransfer geboten. Der Austausch von Know-how sei gut, dennoch solle das Rezept „Made in Germany“ im Unternehmen bleiben. Sein Rat für Expansionswillige: „Haben Sie etwas Geduld.“

Product Compliance

Den letzten Impulsvortag hielt Jens Heuer-James von der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH zum Thema „Product Compliance: Wie lange sind unsere Produkte noch verkehrsfähig?“ Er beleuchtete die Schwierigkeiten internationaler Expansion von der rechtlichen Seite. Undurchsichtige Regelungen und ausländische Standards stünden Unternehmern oft im Weg. Die Vielfalt an Richtlinien und Verordnungen führten zu Unsicherheit. Der deutsche Mittelstand sei oft zu blauäugig beim Thema Produkt Compliance. Aber auch der Gesetzgeber sei hier gefordert, um die Balance zwischen sinnvollen Marktregeln und Überregulierung zu finden. Heuer-James Impuls: „Deutsche Unternehmer dürfen die Chancen nicht an sich vorübergehen lassen.“

Musik, Mimik und Meinungen

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Nach den interessanten Impulsvorträgen eröffnete Heiner Nebel das Buffet. Das Catering-Unternehmen Hagedorn servierte kalte und warme Köstlichkeiten und kühle Getränke. Die Hannoversche Kaffeemanufaktur reichte dazu Kaffeespezialitäten und für die süßen Gaumenfreuden mit ersten weihnachtlichen Aromen sorgten die Firma Rausch Schokolade und Keksmondo.

Ein unterhaltsames Highlight bot die Visuelle Musik-Comedy von Jango Erhardo – grandios und virtuos. Zur Musik von Roger Cicero brachte er mit seiner Mimik das Publikum herzhaft zum Lachen. Im Anschluss gab es bei der Tombola und Auflösung des beliebten Quiz wieder glückliche Gewinner, die sich über vielfältige Preise freuten.

Der gelungene Abend bot wieder ausreichend Gelegenheit und spannenden Gesprächsstoff für gute Unterhaltung – Networking auf hohem Niveau.

Wir freuen uns bereits auf die nächsten NWJ impulse „Business meets sports“ am 20. Dezember 2014 beim Nordderby: TSV Hannover-Burgdorf gegen HSV Handball.

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Ein Beitrag von PR-Assistentin



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