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Twitter – Einführung und Rezension des Twitter-Buches

11.Dezember 2008 - Rezensionen -

Mit 140 Zeichen zum WEB 2.0 – Das Twitterbuch von Nicole Simon und Nikolaus Bernhardt (Opensourcepress) ist im Buchhandel. Damit ist der aktuell wohl spannendste Web-Trend auf den Ladentischen angekommen. Wir nutzen die Rezension für eine kleine Einführung.

Twitter ist eine Microblogging-Plattform, die in den letzten Monaten rasant gewachsen ist, aktuell twittern weltweit Millionen. Das System ist denkbar einfach: Man sucht sich einen Nutzernamen aus und kann nach der Anmeldung die schlichte Frage „What are you doing?“ in maximal 140 Zeichen beantworten. Der Dienst ist kostenfrei, das Geschäftsmodell noch unklar, Einnahmen wurden 2008 zumindest nicht erzielt.

„Twitterer“ genannte Nutzer können Nachrichten (genannt „Tweets“) in ein Textfeld schreiben, die sofort die ganze Welt lesen kann. Man abonniert „Freunde“ und wird selbst abonniert – also gelesen. Die Zahl dieser so genannten „Follower“ ist in jedem Twitterer-Profil ablesbar. Längst ist eine Twitter-Elite (Nutzer mit hohem Vernetzungsgrad und vielen Followern) mit so genannten Influencern entstanden. Andere twittern nicht öffentlich im stillen Kämmerlein.

Auf Twitter-Art kann jede/r bloggen und sich der Welt mitteilen, solange er sich kurz fasst. Rund um das extrem rudimentäre Tool hat sich inzwischen eine Netzgemeinde gebildet: Es twittern Journalistenund ihre Leser, die US-Präsidentschaftskandidaten twitterten, Terror-Betroffene twitterten aus Mumbai und andere berichten aus Athen. Redaktionen twittern, CEOs twittern, Unternehmen twittern Kundenbetreuung, die Bahn meldet auf Twitter Verspätungen; die Londoner Tower Bridge, wann sie öffnet oder schließt und 10 Downing Street twittert aktuelle Nachrichten vom britischen Premier. Angela Merkel podcastet noch, twittert aber wohl noch nicht. Um zu twittern braucht man übrigens nicht einmal online zu sein, eine SMS oder eine E-Mail genügen.

Nun fragt sich der geneigte Leser: Und warum ist das für die PR interessant?

Weil diese direkte Form der Kommunikation neue Möglichkeiten bietet. Twitter-Nachrichten sind Google-Relevant. Wenn ein Unternehmen auch nicht twittert: Seine Kunden tun es bereits. Mindestens sollte man also das System zum Themen-Monitoring nutzen. Darüber hinaus raten wir dazu, den eigenen Namen, die eigene Marke und den Unternehmensnamen anzumelden (Fakes sind ein beliebtes Web 2.0-Spielchen, daher gilt es, die eigene Identität prophylaktisch selbst zu besetzen).
Aktiv twittern sollte man mit einem Mitarbeiter, der sich in das Thema hineinknien möchte und hierfür die nötige Zeit erhält. Unserer Erfahrung nach ist Twitter nämlich nicht nur spannend sondern einer der größten Bürozeitfresser überhaupt. Wer sich gut vernetzt, bekommt auch viel zu Lesen. Sehr viel.

Wozu nun das Buch? Es will alles Wesentliche zu Twitter beschreiben (tut es auch), die Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen (tut es ebenfalls) und die nützlichsten und bekanntesten Software-Erweiterungen (zum Beispiel TwitterFox) und Spielereien benennen. Mit einem Wort: in dem Buch steht praktisch nicht viel, was man nicht mit Interesse ohnehin online schon wusste.
Das Buch ist für den schnellen Querlerser leider völlig ungeeignet, die Autoren erwarten echtes Interesse; auf Kapitelzusammenfassungen und praktische Checklisten muss man verzichten.

Wer als Kommunikationsverantwortlicher Twitter im eigenen Unternehmen einführen möchte, sollte sich die Googlelei sparen und die rund 20 Euro investieren – da er die Quittung einreichen kann, wird es ihm um das Geld nicht Leid tun.

Hier eine Linkauswahl nützlicher oder unterhaltsamer Seiten zum Thema:

Unternehmensanwendungen mit Twitter

Deutschsprachige Medien bei Twitter

Monitoring mit Twitter, hier als Beispiel

Gigatweet zählt die Tweets. Aktuell mehr als eine Milliarde

Blog rund um Twitter: http://twitterdings.de/

Zeitfaktor einschätzen (wie nervig wird es sein … zu folgen?)

Liste von Anwendungen zur Twitter-Benutzung und -Erweiterung

Und der Link zum Buch: Twitter. Mit 140 Zeichen zum Web 2.0 von Nicole Simon und Nikolaus Bernhardt; 19,90 Euro bei Amazon

Link zum Twitter-Account des Buchprojektes und zum dazugehörigen Blog

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Ein Beitrag von Senior PR-Beraterin

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