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Rezension: „PR-Texte“ von Helmut Ebert

30.März 2015 - Rezensionen -

Auch in Zeiten von Bild- und Datenjournalismus sind PR-Texte für den Vertrauensaufbau und die Kommunikation mit Stakeholdern unabdingbar. Doch was macht sie eigentlich aus? Und worauf sollte man achten, wenn man eine Imagebroschüre erstellt oder ein Unternehmensporträt formuliert? In seinem Buch „PR-Texte“ geht Helmut Ebert diesen Fragen aus textwissenschaftlicher Sicht nach.

Als Elemente eines fortgesetzten Gesprächs und Austauschs zwischen einer Organisation und ihren Bezugsgruppen erfordern PR-Texte unter anderem sprach- und textwissenschaftliche Grundlagen sowie Kenntnisse der Texttradition. Mit dem Buch PR-Texte möchte Helmut Ebert deshalb eine Lücke schließen: Denn bisher gibt es noch keinen Titel, der sich systematisch und ausschließlich dem Schreiben von PR-Texten auf textwissenschaftlicher Grundlage widmet. Dabei unterstreicht der Autor die Wichtigkeit der strategischen Hintergründe eines Textes, wobei der Schreiber seine Äußerungen auf die Zielgruppe hin berechnet.

Zu Beginn des Buchs grenzt Ebert die Bereiche PR-Text, Werbetext, journalistischer Text und Propaganda voneinander ab. Weiterhin geht er auf die fünf Arenen der PR-Kommunikation, Textgestaltung und Textqualität, Textsorten, rhetorische Schreibkompetenz und das Schreiben im Internet ein.

Ausführlich erläutert Ebert die verschiedenen Textsorten und definiert die in der Praxis häufig schwammigen Begriffe präzise und klar: Vom Leitbild, dem Mission Statement und der Unternehmensphilosophie über den Geschäftsbericht, Mitarbeiter- und Kundenzeitschriften bis zur Pressemitteilung deckt er dabei alle relevanten PR-Texte ab. Diese erklärt der Autor anhand eines einheitlichen Musters nach folgenden Punkten:

  • Charakterisierung
  • Textziele und Bezugsgruppen
  • Inhalt und Struktur
  • Empfehlungen
  • Fallstricke

Somit verdeutlicht Ebert dem Leser, worauf bei den einzelnen Textsorten zu achten ist und wie man sie interessant gestaltet. Die Ausführungen rundet er mit anschaulichen Beispielen ab und zeigt dabei, wie viel heiße Luft oftmals in PR-Texten steckt.

Fazit:

Prof. Dr. Helmut Ebert studierte Germanistik, Psychologie und Kommunikationswissenschaften. Dies spiegelt sich in seinem interdisziplinären Ansatz wieder, der Erkenntnisse aus der Wahrnehmungspsychologie, Kognitionspsychologie und Medienwissenschaft berücksichtigt. Das bietet dem Leser einen Blick über den Tellerrand, macht das ohnehin anspruchsvolle Werk mit komplizierten Satzkonstruktionen und Fremdwörtern aber nicht leichter.

Die klassischen Textsorten erklärt der Autor ausführlich. Das Kapitel „Schreiben im Internet“ ist im Vergleich dazu leider zu kurz geraten, ansprechende Beispiele fehlen.

Das Buch von Helmut Ebert bietet Anregungen, die eigene Arbeit strategisch zu überdenken. Für Anfänger oder Einsteiger ist es jedoch nicht zu empfehlen, da das Fachbuch einen hohen wissenschaftlichen Anspruch hat.

Bibliografische Angaben: Helmut Ebert: PR-Texte. Erschienen in der UVK Verlagsgesellschaft mbH im März 2014, 242 Seiten, Preis: 29,99 Euro. (ISBN-10: 3867643156; ISBN-13: 978-3867643153).

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Ein Beitrag von Anika Hergert



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