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Rezension: Kreativer denken mit De Bonos neuer Denkschule

11.August 2014 - Rezensionen -

Überraschend sollen Content-Marketing-Aktionen sein und neugierig sollen sie machen. In jedem Fall sollen sie originell sein. Nichts leichter als das? Von wegen! Wer beruflich „Ideen entwickelt“, weiß, dass einem die besten Einfälle dann kommen, wenn man eben nicht darauf angewiesen ist. Auf Teufel komm raus ist der Kopf gern mal leer. In einem Webinar von Bloofusion zum Thema „Storytelling im Content-Marketing“ habe ich daher genauer nachgefragt, woher die Ideen kommen. Die Kollegen von Bloofusion empfahlen mir „De Bonos neue Denkschule“. Ein wahres Meisterwerk – das ist meine Meinung nach eingehender Lektüre und den ersten gelungenen Brainstormings im Kollegenkreis!  

Der Autor Edward de Bono hat Erfahrung im Denken. Seit mehr als 25 Jahren ist er der Pionier auf einem Gebiet, das anderen alltäglich erscheint. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Denken ebendies – das Alltägliche, die Routine – zu nehmen.

Denken: Die Fähigkeit, seine Intelligenz zu nutzen – oder auch nicht

Mit Witz, zahlreichen Beispielen und für jedermann verständlich führt de Bono durch das 237 Seiten starke Buch. Gleich zu Anfang macht der Autor deutlich: Intelligenz und die Fähigkeit zum Denken sind zwei unterschiedliche Dinge. Intelligenz sei das Potenzial, das ein Mensch mitbringe. Mithilfe des Denkens nutzen wir unsere Intelligenz – oder eben nicht.

Wir sind in unserem Denken oft eingefahren, das Um-die-Ecke-Denken fällt schwer. Vor allem bei Zeitmangel neigen wir dazu, gegebene Sachverhalte nicht zu hinterfragen und auf die Erfahrung zu bauen. De Bono ist der Meinung: „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“. In seiner „neuen Denkschule“ stellt er verschiedene Methoden und Werkzeuge vor, das eingefahrene Denken in neue Bahnen zu lenken, Umwege zu gehen.

Die sogenannte „Werkzeugmethode“ bietet uns verschiedene Werkzeuge, mit denen wir

  • Sachverhalte umfassend betrachten können,
  • Alternativen finden, wo es keine zu geben scheint,
  • unsere Wahrnehmung lenken und Muster erkennen,
  • den direkten Weg verlassen und lateral denken,
  • Informationen sammeln, richtig nutzen und Informationslücken aufdecken,
  • das eigene Bild durch fremde Standpunkte komplettieren,
  • strategisch handeln und
  • bewusst denken können.

Ein Beispiel: Originelle Ideen mit der Trittstein-Methode

Eine Methode des lateralen Denkens würde ich Ihnen gerne vorstellen: Die „Trittstein-Methode“ hat mich von Anfang an fasziniert – weil sie unglaublich einfach ist und toll funktioniert. Sie machen aus dem Sachverhalt, über den Sie nachdenken bzw. an dem Sie arbeiten, eine Provokation. Das heißt, sie fügen einen irrwitzigen oder undenkbaren Aspekt hinzu. De Bono bringt folgendes Beispiel: „po-Flugzeuge [po = Provokation] landen mit den Rädern nach oben.“ Nun denken Sie darüber nach, was das für Konsequenzen hat, welche Vor- und Nachteile entstehen… Sie denken über den Aspekt auf eine andere Art und Weise nach. Eine Überlegung ist, dass Piloten auf diese Weise eine bessere Sicht hätten. Das wiederum wirft die Frage auf, wo ein Pilot besser sitzen sollte. Ist sein Platz ganz oben wirklich der beste oder nur Tradition?

Ich habe vor kurzem über eine Image-Kampagne für Wohnungen nachgedacht. Meine Provokation lautete: „In den speziellen Wohnungen müssen alle Mieter niesen.“ Sie führte mich zu witzigen, interessanten – und originellen Ideen.

Effektiver denken – nicht nur beim kreativen Brainstorming

Mit anschaulichen Beispielen – unter anderem aus seinen zahlreichen Seminaren und Vorträgen – erläutert de Bono jede einzelne Methode. Er geht darüber hinaus erklärend auf die Funktionsweise unseres Denkens ein und legt Verhaltensmuster offen. De Bono lässt sich auch von anderen Kulturen inspirieren. So haben wir in Deutschland bereits einen Standpunkt entwickelt, bevor wir in ein Meeting gehen. Die Japaner hingegen hören einander zu und entwickeln dann gemeinsam Ideen.

Damit soll der Gebrauch der Werkzeuge nicht nur das kreative Ideenfinden schulen, sondern auch das Denken im beruflichen und privaten Alltag. Wir können Sachverhalte objektiver, umfassender wahrnehmen und so effektiver arbeiten.

Verwirrende Kunstworte für einfache Methoden

Wer sich mit der neuen Denkschule auseinandersetzt, sollte sich von Abkürzungen und Namen wie „PMI“, „AMA“ und „BAF“ nicht abschrecken lassen. Diese Kunstbegriffe sind der Versuch, einfachen Methoden nachvollziehbare Namen zu verleihen. So steht „AMA“ für Alternativen, Möglichkeiten und Auswahl. Tatsächlich nachvollziehbar – aber in Zusammenhang mit „FE-FA“, „EBS“ und „EUI“ dann doch ein wenig verwirrend. Ich empfehle eine Liste, in der Sie alle Methoden inklusive Kurzbeschreibung nach Anwendungsbereich sortiert auflisten. Darauf können Sie dann nach Bedarf zurückgreifen.

Kaum zu glauben: Die Werkzeugmethode spart Zeit und macht Spaß

Sie denken, es kostet im Arbeitsalltag zu viel Zeit, zunächst ein Buch herauszukramen und fremde Denkmethoden anzuwenden? Ein Denkfehler. Vor einem leeren Blatt eine gute Idee zu entwickeln kann Stunden dauern – das sind unbefriedigende und oft nicht sehr effektive Stunden. Verschiedene Werkzeuge anzuwenden und Methoden auszuprobieren macht jedoch Spaß und schon nach einer Stunde haben Sie eine ganze Liste an Ideen. Es lohnt sich – „De Bonos neue Denkschule“ lohnt sich.

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