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Recap 4. Deutscher Medienbeobachter Kongress

10.Mai 2013 - Aufgesang unterwegs -

Aufgesang-Geschäftsführer Ulf-Hendrik Schrader sprach auf dem 4. Deutschen Medienbeobachter Kongress über die Wechselwirkungen von SEO und PR.Sicher, für jeden Öffentlichkeitsarbeiter ist Medienbeobachtung ein wichtiges Thema. Sei es zur Evaluation des Outputs der eigenen Arbeit, zur allgemeinen Marktbeobachtung oder zum Monitoring im Rahmen des Issues Managements. Dennoch handelt es sich um einen Teilbereich, der im normalen PR-Alltag eher mitläuft und es neben den aktuellen Trendthemen nur selten auf die Agenda schafft. Umso interessanter war es für mich, beim diesjährigen Medienbeobachter-Kongress in Düsseldorf nicht nur als Referent dabei zu sein, sondern auch vielen Vorträgen von Kollegen folgen zu dürfen.

Mein eigener Vortrag drehte sich dabei nur am Rande um Medienbeobachtung, genauer gesagt um den Einsatz von Online-Monitoring-Systemen im Rahmen von Agenda-Surfing. Der Titel lautete „Wechselwirkungen zwischen PR und SEO – Zukunftsmusik aus der Praxis“. Dem aufmerksamen Leser dieses Blogs wird der Titel bekannt vorkommen, seit dem im August 2009 ursprünglich für den ABAKUS-Newsletter geschriebenen Artikel ist allerdings einige Zeit vergangen. Mittlerweile ist ein integriertes Arbeiten von PR und SEO landläufig zwar immer noch Zukunftsmusik, bei einigen Agenturen wie Aufgesang aber doch schon immer mehr gelebte Praxis. Deswegen konnte ich anhand eines aktuellen Beispiels darlegen, wie SEO ganz konkret bei der PR hilft und warum (Online-)PR heute schon existenziell für nachhaltige SEO ist. Die Vortragsfolien habe ich – ergänzt um etwas Eigenwerbung – bei Slideshare eingestellt:

Halbwegs kongresstypisch begann der Tag nach kurzer Begrüßung durch den Veranstalter Convento zunächst mit einer Keynote und drei Impulsvorträgen und verzweigte sich dann in fünf Tracks mit insgesamt 20 Vorträgen. An dieser gut gemeinten Vielfalt finde ich persönlich schade, dass die Qual der Wahl voll durchschlägt und man immer glaubt, etwas Spannendes verpasst zu haben. Zum Glück erweisen sich verpasste Vorträge im Nachhinein schon mal als Flop – auch dafür ist der Austausch mit Kollegen in den Pausen gut – aber meistens hat man wirklich etwas verpasst. Ich hätte mir zum Beispiel gerne noch den Vortrag „Mehr Response trotz Budget Cuts – Fallstudien aus USA, Australien und Deutschland zeigen, wie Sie effiziente PR durch Social Media & intelligentes Monitoring erreichen“  angehört, er soll es jedenfalls wert gewesen sein.

Sieben Vorträge konnte ich mir dennoch anhören und möchte nachfolgend die wesentlichen Erkenntnisse und Aspekte aus meinen Notizen teilen:

In der Keynote sagte Bernd Ziesemer von Hoffmann und Campe Printmedien eine rosige Zukunft voraus. Sein Motto: Hört Jeff Jarvis zu, aber glaubt ihm nicht alles! Gut gemachte Medien mit guten Inhalten würden sich durchsetzen, die anderen zu Recht sterben, so der frühere Chefredakteur des Handelsblatts. Dass viele Printmedien vor allem der Tagespresse mit anhaltenden Auflagenverlusten zu kämpfen haben, während manch überregionaler Titel wie die Zeit Auflagenrekorde feiert, führt Ziesemer auch darauf zurück, dass durch die Transparenz des Internets dem Verbraucher sichtbar werde, dass viele kleine Kaiser keine Kleider anhätten. Damit spielt er an auf den hohen Agenturmeldungsanteil und die mittelmäßige Qualität originärer (lokaler) Inhalte. Guter Vortrag.

Im zweiten Vortrag des Tages offenbarte Claudia Scheibel von der WDR Mediagroup eine für Medienunternehmen wohl nicht ganz untypische Sichtweise auf das Internet: Technikbuden (gemeint war u.a. Google) trieben die Medien vor sich her und verdienten daran, dass die die Menschen online das suchen, was den Verlagen gehöre (gemeint waren Inhalte), so der verkürzte Tenor. Kein Wort von User Generated Content, Wikipedia, Online-Shops, Online-Games, Blogs, Foren etc. Im Medienwandel sieht Scheibel keine Krise, sondern eine natürliche Entwicklung. Für diese Entwicklung sehe ich allerdings schwarz, wenn sich nicht endlich mal einer die Mühe macht, das Internet und den Medienwandel wirklich zu verstehen.

Spannend fand ich verschiedene Vorträge zum Themenkomplex Kommunikationscontrolling – ein für mich überraschend weit entwickeltes und breites Feld, das definitiv auch für Aufgesang künftig stärker in den Fokus rücken wird. Während die Fachgruppe Social Media im BVDW aktuell an einem interessanten eigenen Modell arbeitet, mit dem Unternehmen den Erfolg ihrer Social Media Maßnahmen zielorientiert messen können, ist der Internationale Controller Verein schon weiter. Seit 2006 ist dort ein Fachkreis Kommunikations-Controlling aktiv, der 2009 unter anderem in Zusammenarbeit mit der DPRG ein Wirkungsstufenmodell als Bezugsrahmen für Kommunikations-Controlling vorgestellt hat und in 2010 zu einem vollständigen Managementansatz erweiterte. Dieser sei bereits bei vielen größeren Unternehmen im Einsatz, für kleine Unternehmen seien aber auch einzelne Module des Modells nutzbar, so Dr. Reimer Stobbe, der den Verband auf dem Kongress vertrat.

Dr. Carsten Tessmer ließ die Besucher teilhaben an seinen Erfahrungen in der internen wie externen Argumentation für Kommunikation. Die auch uns von Kunden gelegentlich gestellte Frage „Wie viele Produkte verkaufen wir denn mehr durch PR?“ kontert der PR-Leiter von Hansgrohe SE mit der Gegenfrage „Welche Unternehmensziele lassen sich denn ohne Kommunikation erreichen?“. Kommunikation erzeuge und bewahre Reputation, sorge also für die Stabilität der Beziehungen zu den relevanten Stakeholdern. Kommunikation sei mehr als Medienarbeit und brauche keine Texter, sondern Manager. Um integrierte Kommunikation langfristig zu etablieren empfahl Dr. Tessmer, sie zunächst einmal an Projekten und Kampagnen zu üben, die das Zusammenwirken verschiedener Abteilungen erfordern.

Mein Fazit: Um neue Impulse zu erhalten und den Kosmos „Medienbeobachtung“ besser kennenzulernen, hat sich der Besuch des 4. Deutschen Medienbeobachter Kongress auf jeden Fall gelohnt. Schönen Dank an Rainer Maassen und das ganze Team von Convento für die gute Organisation und einen anregenden Tag!

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Ein Beitrag von Geschäftsführer Aufgesang Public Relations GmbH



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