• Tel.: 0511-9239990

Regionale PR im Medienwandel

04.Mai 2015 - Public Relations -

Ausgelöst durch die Veränderung der Mediennutzung und des Journalismus diskutiert die Branche seit Jahren, wie sich die Kommunikation von Unternehmen und Institutionen verändert. Bis jetzt standen vor allem die Folgen für Verlage, Redakteure und ihre Leser im Fokus. Der Wandel der regionalen PR fand allerdings wenig Beachtung. Wie hat sich der Kommunikationsalltag für Unternehmen, Parteien, Verbände und Stadtverwaltungen verändert? Mit welcher Anpassung müssen regional agierende Einrichtungen, die Standort-Kommunikation betreiben, in Zukunft rechnen? Wissenschaftler der Hochschule Darmstadt haben sich der Veränderung auf lokaler Ebene gewidmet und in Kooperation die Studie „Regionale PR im Medienwandel“ herausgegeben. Im Rahmen des Masterstudiengangs Medienentwicklung analysierte das Team die regionale Kommunikationsstrategie Darmstädter-Unternehmen und das Verbreitungsgebiet des „Darmstädter Echos“. Aus allgemeinen Daten zum Medienwandel und Experteninterviews mit 15 Unternehmen, Vereinen und Institutionen sowie drei Gesprächen mit Lokalredakteuren des Darmstädter Echos zogen die Medienforscher diese Kernthesen

1. Reichweitenstarke Anzeigenzeitungen gewinnen für die regionale Kommunikation zunehmend an Bedeutung

 2. Unternehmen und Institutionen brauchen dringend eigene Kommunikationskanäle

Lokaljournalismus im Wandel

Rückläufige Verkaufszahlen und sinkende Werbeeinnahmen sorgen seit Jahren dafür, dass viele Medienhäuser ihre Lokalredaktionen schließen und ganze Mantelteile einkaufen. Teilweise ziehen sie sich aus dem Printgeschäft zurück und steigen ins Digitalgeschäft ein.

Ein Beispiel ist die Mediengruppe Madsack: Im Rahmen des Zukunftsprogramms „Madsack 2018“ arbeitet die in Hannover ansässige Mediengruppe gerade an der neuen Organisationsstruktur des Konzerns. Sämtliche überregionale Leistungen steuert Madsack künftig auf Konzernebene und erbringt diese zentral. Neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt das Unternehmen in Zukunft für die gesamte Madsack Mediengruppe. Einzelne Verlage agieren nur noch als regionale Medienhäuser, die sich an den Standorten ausschließlich auf die redaktionelle Berichterstattung vor Ort sowie das lokale Anzeigen- und Vertriebsgeschäft fokussieren.

Die im Rahmen der Studie interviewten Kommunikatoren sehen die regionalen Tageszeitungen in Folge dessen nicht mehr als Leitmedium an. Ihrer Meinung nach verschlechterte sich die Qualität der Berichterstattung durch geringe Recherche-Kapazitäten der Journalisten, was auf die Neuorganisation der Mediengruppen zurückzuführen sei. Gleichzeitig gewinnen kostenlose Anzeigenblätter in der regionalen Kommunikation an Auflage. Hinzu kommen Auslagezeitschriften, wie regionale Kulturmagazine und neue Online-Formate.

Neue Kanäle in der lokalen Kommunikation

Durch den Rückgang des Lokaljournalismus scheinen die Türen für PR-beeinflusste Berichterstattung in der lokalen Presse offen zu stehen. Die Experteninterviews zeigen aber, dass mit dem Rückgang ein Glaubwürdigkeitsverlust der Lokalzeitungen einhergeht. Dieser wirkt sich auch auf die Unternehmen und Institutionen aus. Viele der Kommunikatoren orientieren sich daher stärker an Anzeigenblättern. Unabhängige Untersuchungen zur Nutzung und Glaubwürdigkeit der Anzeigenblätter liegen allerdings noch nicht vor. Ob sich die Anzeigenschaltung in kostenlosen Blättern und das Erstellen von redaktionellen Inhalten für die Anzeigenblätter wirklich lohnen, ist daher aktuell schwer einschätzbar.

Neustrukturierung der Kommunikation

Die Wissenschaftler der Hochschule Darmstadt raten regionalen Kommunikatoren dazu, ihre Pressearbeit umzustrukturieren, die lokale Nähe zu nutzen und Kompetenzen im Bereich Social Media aufzubauen. Unternehmen, Parteien und Verbände stellt das vor die große Aufgabe, Kapazitäten umzuschichten, Mitarbeiter zu schulen und neue Strategien zu entwickeln. Sie müssen eigene Medienunternehmen werden und dürfen gleichzeitig den direkten Kundenkontakt nicht außer Acht lassen, um auch in Zukunft in der Öffentlichkeit zu wirken.

Details zur kompletten Studie:

Die komplette Studie der Autoren Marina Müller, Matthias Bastian und Thomas Pleil wurde unter dem Titel „Regionale PR im Medienwandel“ als Buch veröffentlicht. Für 15,99 Euro als Print- und 1,99 Euro als Kindle-Version, kann diese erworben werden. Herausgeber sind das Institut für Kommunikation und Medien (ikum) der Hochschule Darmstadt h_da und die Profilwerkstatt GmbH.

Weiterführende Informationen, beispielweise zur Kommunikation in Facebook oder Blogs finden Sie hier und hier.

Autorin: Nicole Hackmann

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn bitte!

(No Ratings Yet)

Ein Beitrag von Aufgesang-Team



Wissenswertes

Branchen

  • Digitale Wirtschaft
  • Investitionsgüter
  • IT
  • Mode
  • Lebensmittel
  • Lifestyle
  • Startups

Leistungen

Rechtliches