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NWJ impulse: Familienunternehmen – und ihre Erfolgsrezepte

06.März 2014 - Aufgesang unterwegs -

Die erste Veranstaltung der Business-Reihe NWJ impulse im neuen Jahr fand in engerem Kreise in der Werkstatt-Galerie Calenberg statt. Das Thema „Familienunternehmen – und ihre Erfolgsrezepte“ fand beim Publikum großen Anklang.

„Das älteste Familienunternehmen der Welt gründete 578 der japanische Tempelbauer Kongō Gumi“, so Gastgeber Heiner Nebel. Familienunternehmen sind in Deutschland weit verbreitet und äußerst erfolgreich. Eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung bestätigt:

  • Etwa 95 Prozent (ca. 3 Millionen) der in Deutschland ansässigen Betriebe und Firmen werden als Familienunternehmen geführt.
  • 41,5 Prozent des Umsatzes aller Unternehmen entfällt auf Familienunternehmen.
  • 57 Prozent der Arbeitsplätze werden durch Familienunternehmen gestellt.

Mitveranstalter war diesmal der Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER, Regionalkreis Hannover. Regionalvorsitzender Kay Uplegger begrüßte Gäste und Impulsgeber, von denen diesmal drei diesem Verband angehörten. Er dankte Heiner Nebel herzlich für seine ganz eigene Art und Weise, Menschen für sich und seine Sache mitzureißen.

Wolfgang Werner, Betreiber der Werkstatt-Galerie Calenberg, freute sich über ein volles Haus und begrüßte die Gäste mit einem Zitat: Die „Briefmarke“ von Joachim Ringelnatz:

Ein männlicher Briefmark erlebte
was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt,
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
Doch hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens,
Das ist die Tragik des Lebens.

Nach dem bekannten Konzept der NWJ Impulse „6 x 6 Minuten“ berichteten Familienunternehmer aus der Region Hannover über ihre Erfahrungen: Generationswechsel, Markenbildung, wie Tradition und Innovation miteinander vereinbar sind und warum Vertrauen ein Stützpfeiler des Unternehmens ist.

Der Markt und die Nische

Andreas Pralle von der Pralle Logistik GmbH gab eine kurze „Kochanleitung“ zum Thema: Erfolgreich Nischenkompetenz entwickeln. „Es ist eine Herausforderung, mit geringem Kapital einen Markt zu finden“, so Andreas Pralle. Den Markt beobachten, sich von anderen im Marktumfeld abheben, eine Nische finden und besetzen – das treibt ihn als Familienunternehmer an. Um für Stabilität und Rentabilität zu sorgen, müssen Geschäftskonzepte ständig angepasst und Kernkompetenzen gestärkt und ausgebaut werden. Die Logistikbranche wächst durch den Bereich Online Handel, und verstärkt stehen die Privatkunden im Fokus. Jahrelange Erfahrung liefert oftmals die entscheidenden Impulse zur Optimierung bestehender Strukturen. Andreas Pralle: „Wir sind als Familienunternehmen schneller und flexibler in unseren Entscheidungen und garantieren unseren Kunden Kontinuität, Stabilität und Sicherheit. Traditionelle Werte verbinden wir mit modernen Wirtschaftsstrategien.“

„Weißes Gold“ aus der Wedemark

Den Weg vom Rohstofflieferanten zum Markenunternehmen schilderte Jörgen Hemme von der Hemme Milch GmbH & Co. KG. Sein landwirtschaftliches Familienunternehmen besteht bereits in der 18. Generation – eher selten zu finden, sogar in Europa. 1989 übernahm er den elterlichen Betrieb mit „null Beschäftigten, aber einem Haufen Arbeit“. Von da an wurden etwa 4.000 Haushalte in der Region direkt beliefert und die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel stieg. Rohstoffveredelung als Nische. 2011 gab es schließlich den Markeneinführung mit neuem Corporate Design durch die Agentur Heine Warnecke Design GmbH. Aktuell im Februar wurde der Milchbeutel von Hemme mit dem German Design Award 2014 in Gold ausgezeichnet. Der neue Ansatz „Schwarz auf Weiß“, wie der Rohstofflieferant selbst, kommt gut an. Mit eigener Logistik, vom Futteranbau bis zum Produkt im Handel, ist Hemme Milch führend in Europa. Onlineshop, Hofbesichtigungen und -café sind bei Kunden beliebt. Wir dürfen gespannt sein, was noch Schwarz-Weißes auf uns zukommt.

Frauenpower zwischen Tradition und Innovation

Die sechs Minuten von Jaqueline Westphal, Dachdeckermeisterin von der Westphal Dachtechnik GmbH, standen ganz im Zeichen von Tradition und Innovation: Traumpaar oder Konfliktherd? Dieser Frage ging sie auf den Grund. Jaqueline Westphal beeindruckte bereits durch ihre traditionelle Zimmermannskluft und zog sogleich die weiblichen Gäste auf ihre Seite: „Normalerweise halte ich keine Vorträge, dafür schicke ich täglich 25 Männer von A nach B.“ Ihr Impulsvortrag begann mit einer Einleitung zum Begriff Tradition, welcher von Überlieferung kommt und die Weitergabe von Handlungsmustern und Überzeugungen oder das Weitergegebene selbst wie Bräuche oder Sitten bezeichnet. Tradition entsteht innerhalb einer Gruppe oder von Generation zu Generation.

Kunden informieren und vergleichen ständig, umso wichtiger sei es, sich unvergleichlich zu machen. Ausgewählte Materialien verwenden, Umweltbewusstsein zeigen, eine aktuelle, moderne Website besitzen, sich als Profipartner und stolzer Betrieb in der sechsten Generation präsentieren, mit der Zeit gehen und sich den Kundenwünschen anpassen – das sind die Erfolgsrezepte von Jaqueline Westphal. Ihr Impuls: „Eine tolle Grundlage habe ich bereits durch meine Familie erhalten. Das Handwerk ist traditionell, aber nie stehen geblieben.“

Vertrauensweltmeister

Über die Erfolgswährung Vertrauen und warum Zusammenhalt in einem Familienunternehmen so wichtig ist, informierte Marena Heuer von der Heuer & Co. Hausausbau GmbH. „Familiengeführte Mittelständler sind die Vertrauensweltmeister“, so begann Marena Heuer ihren Vortrag mit einem Zitat aus der FAZ vom 21.1.2014. Die Menschen bringen Familienunternehmen, die über den Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, mehr Vertrauen entgegen. Deshalb liege es ihr auch besonders am Herzen, das Vertrauen sowohl der Mitarbeiter als auch der Kunden sowie der eigenen Familie zu gewinnen. Offene Kommunikation sei insbesondere in schweren Zeiten ein Erfolgsrezept – Ehrlichkeit fördert Vertrauen. Handwerker schaffen beispielsweise Vertrauen, wenn Sie dem Kunden versprechen, das Haus oder die Wohnung wie ihre eigene zu behandeln.

Vereinte Generationen

Urs Raschle von der Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH referierte über den Generationenvertrag als Stabilitätsgarant. Der Schweizer gelang durch seine Heirat in das Familienunternehmen. Problematisch ist bei familiengeführten Unternehmen oft die Nachfolgereglung der Geschäftsführung. Familieninterne Streitigkeiten wirken sich negativ auf die Geschäftsführung aus, insbesondere wenn in späterer Generation der Grad der Verwandtschaft breiter wird und dadurch die strategische Einheitlichkeit verloren geht. Häufig fehlen Regelungen für die Versorgung sowie das Übergabeprozedere. „Die Familie ist sowohl die größte Stärke eines Unternehmens als auch gleichzeitig seine größte Schwäche“, so Urs Raschle. Sein Impuls: „Vertrag kommt von sich vertragen. Dies gelingt nach unserer Erfahrung am besten, wenn man alle Betroffenen zu Beteiligten macht und sie so Teil des Erfolgsmodells ‚Generationenvereinbarung‘ werden.“

Frische Impulse und alte Knacker

Als besonderer Gast des Abends gab Wolfgang Kailing, selbstständiger Chiropraktiker und Präsident des Niedersächsischen Polo-Club e. V. einen Impuls, bei dem es knackte. Er berichtete über die Arbeit als Freiberufler und das Knacken beim Einrenken: Ein Vakuum erzeugt den Knack, der eine hohe Beweglichkeit wieder herstellt. Deshalb sei der Begriff „alter Knacker“ eigentlich auch positiv besetzt und würde fälschlicherweise immer als negative Aussage gewertet. Wolfgang Kailing: „Der Mensch ist eine riesige Betriebsstätte und der Impuls das Betriebsgeheimnis.“ Durch einen wohldosierten Impuls werden Wirbel in ihre natürliche Position bewegt und somit Blockaden gelöst. Mit seiner Frau bildet er ein tiefenwirksames und effizientes Vier-Hand-Unternehmen.

In eigener Sache – unser Neuzugang

Wir freuen uns, ein neues Mitglied im Organisations-Team der NWJ impulse zu begrüßen: Matthias Schwedt von den Werbestrategen ist seit Januar 2014 für die grafische Gestaltung verantwortlich und schafft neue Impulse.

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Ein Beitrag von PR-Assistentin



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