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NWJ impulse-Erlebnis-Seminar „Fachkräfte(m)angel“

17.Oktober 2014 - Aufgesang unterwegs -

© Foto Genz

Am 14. Oktober hieß es Vorhang auf für NWJ impulse der etwas anderen Art: In künstlerischer Atmosphäre trafen sich 80 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft in der Werkstatt-Galerie Calenberg zum NWJ impulse-Erlebnis-Seminar mit dem Thema „Fachkräfte(m)angel“. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsjournal hatten das Institut für Berufliche Bildung AG (IBB) und die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) zu diesem Event eingeladen. Mit unseren Partnern, dem Umweltdruckhaus Hannover, den Werbestrategen und dem Lettershop Brendler standen wir Gastgeber Heiner Nebel vom Niedersächsischen Wirtschaftsjournal erneut tatkräftig zur Seite.

Der Vorhang hebt sich, die Show geht los

„Wir machen heute Abend Theater“, mit diesen Worten stimmte Heiner Nebel seine Gäste auf eine Vorstellung der Extraklasse ein. In der bis auf den letzten Platz belegten Werkstatt-Galerie Calenberg (WGC) durften sich alle Anwesenden auf einen Abend ganz im Zeichen des Theaters freuen: Die altbewährten Impuls-Vorträge wurden schauspielerisch von Wolfgang Werner, Leiter des WGC, begleitet. Werner spielte an diesem Abend einen Unternehmer auf der Suche nach geeigneten Fachkräften für seine Firma. Im Dialog mit den vier Impulsreferenten des Abends erhielt er Tipps und Lösungsansätze, dem Fachkräftemangel vorzubeugen bzw. neue Fachkräfte zu akquirieren.

Ein Drehbuch für die Zukunft

Hauptakteur im ersten Akt des Abends war Karsten Schramm, Bildungsreferent des Instituts für Berufliche Bildung AG, der Herrn Werner einige Tipps zur Fachkräfteentwicklung gab. „Sind Sie schon Fachkräfte-Regisseur und haben Sie ein Drehbuch für Ihr Unternehmen?“, fragte Schramm die geladenen Gäste. Einen guten Plan für die Zukunft zu haben und rechtzeitig an die Entwicklung und Förderung von Fachkräften zu denken, sei das „A und O“. Mitarbeiter sollten immer über das Firmendrehbuch informiert sein, wissen wo die Reise hingehen soll, was geplant ist. Nur ein  aktiver Kommunikationsprozess schaffe Vertrauen und zeige dem Mitarbeiter, welche Chancen ihm das Unternehmen in der Zukunft bieten könne. Eine Möglichkeit der internen Entwicklung von Fachkräften könne ein Mentoren- oder Patensystem sein. „Stellen Sie sich vor, dass hinter dem Kameramann seine Assistenten stehen und ihm bei seiner Arbeit über die Schulter blicken“, erklärt Karsten Schramm. Ältere Mitarbeiter nähmen die Jüngeren an die Hand und vermittelten ihnen ihr Wissen. Human Capital ist das Stichwort – im Unternehmen vorhandenes Potential nutzen, um aktiv die Ausbildung von Fachkräften aus den eigenen Reihen zu fördern.

Optimierte Personalsuche im Netz

Zu Beginn des zweiten Aufzugs meldete sich wieder Wolfgang Werner zu Wort, der mithilfe von Anzeigen einen IT-Spezialisten für seine Firma suchte – leider ohne Erfolg. Tobias Sprenger, Lernberater der Deutschen Angestellten-Akademie für kaufmännische Umschulungen, präsentierte Werner und dem Publikum Alternativen zur klassischen Stellenanzeige. Diese sei ein Auslaufmodell, so Sprenger. Nur knapp 20% aller Bewerber erhielten ihren Job über eine Print-Anzeige. Heutzutage gelte es, selber aktiv zu werden und „Active Sourcing“ zu betreiben, um wechselwillige Fachkräfte zu finden. Dies könne beispielsweise über Online-Plattformen wie Xing, Linkedin oder experteer.de geschehen. Die Benutzer dieser Plattformen böten suchenden Unternehmern interessante Profile mit gut gepflegten Lebensläufen. Eine andere Möglichkeit, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden, seien daneben sogenannte Meta-Suchmaschinen. „Der Such-Assistent greift auf CV-Datenbanken zurück und vereinfacht die Suche nach potentiellen Mitarbeitern durch Priorisierung. Am Ende entsteht eine Ergebnisliste mit Verlinkungen auf die Profile der Kandidaten“, erklärt Sprenger. Zusammengefasst ergebe sich, dass eine Umkehrung des Recruitingprozesses einen größeren Erfolg auf der Suche nach neuen Mitarbeitern verspreche. Eine direkte und persönliche Ansprache durch „Active Sourcing“ wirke auf Bewerber positiv und so ließe sich außerdem eine positive Arbeitgebermarke entwickeln.

Bildungsreise mit Ausblick

Nach einer kurzen Pause, betrat Michael Barsakidis, Kommunikationswirt und CSR-Manager des Umweltdruckhauses in Hannover, zum dritten Akt die Bühne: Engagierte Mitarbeiter suchen engagierte Unternehmen, die ihren Bildungsbedarf erkennen und fördern. Dies hat das Umweltdruckhaus erkannt und prompt ein Schulungsprogramm ins Leben gerufen. Barsakidis beschreibt: „Wir haben eine Bildungsreise für unsere Mitarbeiter organisiert, die auch für andere KMU eine kostengünstige Alternative zu Partnerprogrammen mit Bildungsinstitutionen darstellen könnte.“ Mitarbeitern würde so, abseits des Arbeitsalltags, intern Wissen vermittelt. Neben der Bildungsreise wurde ein Zeitplan für eine Workshop-Reihe entwickelt. Im Verlauf dieser Reihe stelle sich jede Abteilung vor und vermittle den anderen Mitarbeitern grundlegendes Wissen über ihr Aufgabengebiet. „Der Effekt ist eindeutig: Eine Erhöhung des Wissenstransfers hat bei unseren Mitarbeitern zu mehr Kompetenz und einer größeren Sicherheit gegenüber unseren Kunden geführt. Durch die interne Weiterbildung werden wir zukunftsfähiger und die Kunden fühlen sich besser beraten“, erklärte Barsakidis am Schluss seines Vortrags.

Nachwuchs unterstützen und entwickeln

Heinrich Meyer von der DAA, Leiter des Studienzentrums der Hamburger Fern-Hochschule in Hannover, schloss mit seinem Beitrag die Reihe der Impulse ab. Meyer zeigte Werner wie man einer Abwanderung von Fachkräften entgegen wirke, wie man sie halten und in Führungspositionen bringen könne. „Unternehmer erwarten leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter mit Handlungskompetenz. Mitarbeiter erwarten die Erhaltung und Verbesserung ihrer Beschäftigungssituation“, sagte Meyer. Diese Ziele ließen sich durch ein berufsbegleitendes Studium miteinander vereinbaren. Ein Fernstudium entspräche dem „Workload“ eines regulären Präsenzstudiums. Es stelle außerdem die gleichen Anforderungen an Studierende wie an Personen in Führungspositionen: Leistungsbereitschaft, Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen und der Wille, weiterzukommen. Die Zahlen belegen, dass das System funktioniert: 47 Prozent der Studierenden an der HFH werden im Studium durch den Arbeitgeber unterstützt, ob finanziell oder mit Freistellungen – und die Tendenz ist steigend. Allein 2013 wurden 60 Prozent durch ihren Betrieb unterstützt.

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Fachkräfte(m)angel und Lösungsansätze in der Praxis

Im letzten Akt des Abends stellten sich alle Redner einer offenen Diskussionsrunde, die von unserem Geschäftsführer Ulf-Hendrik Schrader moderiert wurde. Im Vorfeld wurde dazu das Publikum gebeten, an einer Befragung teilzunehmen. Die Ergebnisse dieser Umfrage bildeten die Grundlage für einen lebendigen Austausch. Ergebnis: Für 93 Prozent aller Anwesenden ist Fachkräftemangel ein Thema. Viele der Befragten erklärten, dass in ihren Unternehmen bereits verschiedene Instrumente eingesetzt werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken oder vorzubeugen. Auf Platz eins dieser Maßnahmen lag das interne Ausbilden und Entwickeln von Fachkräften. Platz zwei teilten sich die interne und externe Wissensvermittlung, dicht gefolgt von Methoden zur Mitarbeiterbindung auf Platz vier. Zuletzt wurde die Attraktivitätssteigerung durch Employer Branding genannt.

Ein rundum gelungener Abend

Die Gäste dieser außergewöhnlichen Veranstaltung aus der Reihe der NWJ impulse wurden wie gewohnt auch kulinarisch verwöhnt: Im Anschluss an die vier spannenden Vorträge und die Diskussionsrunde konnten die Gäste bei einem Buffet von vomfeinsten entspannt den Abend Revue passieren lassen und netzwerken.

© Foto Genz

Wir freuen uns auf die nächsten NWJ impulse am 6. November zu Gast bei der Commerzbank.

Autor: Sandra Schütz

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Ein Beitrag von Sandra Schütz



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