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Dickes Ding: Die neue Ausgabe des Duden 2020

27.August 2020 - Rezensionen -

Für alle, die beruflich mit Sprache zu tun haben, also Texter, PR-, Content-Marketing-, SEO- und PPC-Experten, ist und bleibt der Duden ein wichtiger Ratgeber. In wechselnden Abständen gibt es Neuausgaben des Klassikers – und zwar immer dann, wenn die Sprachentwicklung so weit vorangeschritten ist, dass ein Update notwendig erscheint. Es muss sich in jüngerer Zeit also viel getan haben, denn die vorherige Überarbeitung liegt gerade einmal drei Jahre zurück.

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3.000 neue Wörter haben Eingang in das Rechtschreib-Standardwerk gefunden, während 300 veraltete entfallen sind. Mit 148.000 Stichwörtern auf 1.296 Seiten ist die 28. Auflage des Duden, die soeben erschienen ist, die umfangreichste, die es jemals gab.

Wie es Social Distancing und Influencer in den Duden geschafft haben

Wer den Duden zur Hand nimmt, erfährt, wie er die „neue Normalität“ fortan zu buchstabieren hat: Covid-19 und Lockdown sind ebenso verzeichnet wie Atemschutzmaske, Ansteckungskette, Social Distancing und das Geisterspiel. Auch der Massentest und der Immunitätsnachweis dürfen natürlich nicht fehlen. Viele andere der Neuaufnahmen zeugen von den gesellschaftlichen „Debatten“ in Deutschland: Sie reichen von Mikroplastik, Klimanotstand und Flugscham bis hin zu Alltagsrassismus, Hatespeech, Faktenfinder und Videobeweis.

Obwohl es ihn schon etwas länger gibt, hat es nun auch der Influencer in den Duden geschafft – nebst Achtsamkeitsübung und dem Gendersternchen. Zum ersten Mal auch gibt es im Duden Hinweise zum gendergerechten Sprachgebrauch, was der „Verein Deutsche Sprache“ (VDS) heftig kritisiert. Der Duden lehne sich zu weit aus dem Fenster: „Viele Menschen nehmen das, was im Duden steht, für bare Münze und werden glauben, dass Gendersternchen und ähnliche Konstrukte echte Bestandteile der deutschen Sprache seien.“

Auch die Gesellschaft für deutsche Sprache rät „ausdrücklich“ von Gendersternchen ab. Die Duden-Redaktion rechtfertigt ihre Empfehlungen damit, dass sie immer mehr Anfragen zu dem Thema erhalte und Orientierung bieten wolle. Sie betont zugleich: „Wir legen Wert darauf zu sagen, dass das keine Regel ist, die wir verordnen.“ Das dürfe die Duden-Redaktion auch gar nicht. Verschwunden aus dem Duden sind kaum noch gebräuchliche Wörter wie Kammerjungfer und Fernsprechanschluss. Nur auf dem Wortfriedhof werden die aussortierten Wörter dem einen oder anderen vielleicht noch begegnen.

Der neue Duden kostet 28 Euro und ist trotz digitaler Versionen nach wie vor beliebt: Die vorige Auflage verkaufte sich laut Verlag 650.000 Mal.

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Ein Beitrag von Peter Montag

Peter Montag ist Senior PR-Berater und seit 2004 bei Aufgesang. Er hat Politikwissenschaft und Kunstgeschichte studiert. Im Anschluss nahm er an einer PR-Aufbauqualifizierung teil und war freiberuflich sowie als Angestellter für verschiedene Verbände auf Landes- und Bundesebene als PR-Spezialist tätig. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Texterstellung und PR-Konzeption. Außerdem betreut er zwei große Projekte bei uns in der Agentur: Presseverteiler.de und Kommunikation in der Wikipedia. Peter reist sehr gerne, insbesondere nach Osteuropa. In seiner Freizeit besucht er zudem gerne Kabarett-Veranstaltungen.



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