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Der Facebook-Shop – eine Bewertung aus PR-Sicht

24.Juli 2014 - Public Relations -

Mit der Veröffentlichung des „Gesichtsbuchs“ im Februar 2004 schrieben und schreiben Marc Zuckerberg und seine Kollegen eine bis dato einmalige Erfolgsgeschichte. Aktuell bringt sich der Internetriese mit seiner neuen Shop-Funktion ins Gespräch. Die vielschichtige Mitgliederstruktur verleitet zahlreiche PR-Fachleute dazu, Facebook als eine Art „Mekka“ der Zielgruppen anzusehen. Warum nicht alles, was blau-weiß glänzt Gold ist? So sehen wir den neuen Facebook-Shop.

F-Commerce – der neue Online-Marktplatz von Facebook

Hinter dem Begriff „F-Commerce“ versteckt sich die neue Shop-Funktion für Facebook. Der amerikanische Online-Riese bietet Unternehmen seit neuestem die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen online zu vertreiben. Um einen Shop mit Ihrem Facebook-Account zu verknüpfen, verwenden Sie die Programme bestimmter Online-Anbieter. Diese stellen Ihnen eine Verkaufs-Software zur Verfügung, welche sich nahtlos in Ihr Konto einfügen lässt. Die Programme sind, abhängig vom Entwickler, kostenpflichtig oder umsonst. Das „digitale Schaufenster“  ist  kein „Unique Selling Point“ mehr, hilft jedoch, die Produktpalette des Unternehmens einem breiten Publikum vorzustellen.

Ob Sie einen Facebook-Shop eröffnen, vielleicht sogar ganz ohne eigene Plattform, ist immer eine strategische Entscheidung. Dafür sprechen die gute Vernetzung, die einfache Möglichkeit der Mundpropaganda sowie die zahlreichen, leicht zu erreichenden Nutzer. Dagegen sprechen vor allem imagerelevante Aspekte, aber auch die hohe Abhängigkeit von Facebook. Denn der Internet-Riese hat die Hosen an.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Erste Kritik an Datenschutzlöchern, wurde bei der Gründung von Facebook geäußert. Die Defizite entstehen, weil die Gesetzeslage in den USA eine andere ist, als in der Europäischen Union. Im Jahr 2014 hat sich die Situation für das Unternehmen aus Amerika nicht verbessert – woran es nicht unschuldig ist. Zuletzt  machte Facebook von sich Reden, als es im Zuge einer Studie ungefragt die Startseite von circa 700.000 Usern manipulierte.  Von Transparenz fehlt jede Spur, der Algorithmen-Dschungel ist nahezu undurchdringlich – auch für Fachleute. Facebook verspielt den Vertrauensbonus seiner Nutzergemeinschaft, dies geht aus einer vom Marktforschungsinstitut defacto.research erhobenen Umfrage hervor. Das Unternehmen  von Marc Zuckerberg landete in punkto Vertrauenswürdigkeit auf dem letzten Platz nach Google+, Pinterest, Twitter und Co. Für uns PR-Akteure heißt das: Vorsicht beim Umgang mit Facebook. Um kommunikative Tretmienen zu umgehen, stellen Sie sich die Frage: Welche Inhalte verbreite Ich? Setzen diese eine Vertrauensbasis voraus? Eignet sich Facebook hierfür als Plattform um in einen Dialog zu treten? Das blau-weiße Unternehmen mit dem Spaß-Charakter bietet sich an, um in einen lockeren Dialog mit der Zielgruppe zu treten. Die Frage ist: Hat die Generation, die Facebook als „digitales Wohnzimmer“ ansieht, genug Vertrauen in die Online-Plattform, um dort einzukaufen – und sensible Daten preiszugeben? Gerade bei den amerikanischen Shop-Anbietern, mit denen Facebook zusammenarbeitet, sollten Sie unbedingt sicherstellen, dass sie die rechtlichen Anforderungen in Deutschland erfüllen.

Wem Marketing und SEO tatsächlich zu Gute kommen

Unternehmen investieren eine Menge in Ihr Angebot und darin, dieses Angebot an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Ist Ihr Facebook-Shop die Alternative zu einer eigenen Plattform, fließt ein Großteil der Bemühungen und Investitionen – Marketing, Suchmaschinenoptimierung, PR – in Facebook bzw. seine E-Commerce-Partner. Sicher gibt es einige Möglichkeiten, das Ranking Ihres Facebook-Shops zu stärken. Diese kommen jedoch vor allem den Shop-Anbietern zu Gute. Der Internet-Riese wächst und wächst.

Die Erfahrungen mit dem Konzept „F-Commerce“ halten sich bislang in Grenzen. Lohnt sich ein Shop auf Facebook überhaupt? Was passiert mit dem Shop, wenn sich ein Unternehmen später von Facebook trennen möchte? Im Zweifel bleibt Ihnen ohne eigene Plattform weder ein Shop noch ein Ranking bei Google. Und darauf kommt es schließlich an: Ein guter Platz dort, wo Ihre Zielgruppen suchen.

Sind Ihre Zielgruppen überhaupt bei Facebook aktiv? Auch darüber sollten Sie sich vorher informieren. Denn die Facebook-Gemeinde deckt sich noch lange nicht mit der Gemeinschaft der Onliner im Allgemeinen.

Zudem ist die Abgrenzung zu anderen Inhalten schwierig. Wer auf Facebook eine Schnittstelle zu seiner Zielgruppe sucht findet durch die richtige Themenwahl zwar schnell „Touchpoints“. Auf Facebook mischen sich jedoch fremde Inhalte, Links, Videos und Bilder. Hier ist es schwer den Überblick zu behalten. Wem gehört was? Was passiert mit unseren geteilten Inhalt? Und findet der Interessent den Weg wieder zurück zu Ihrem Facebook-Shop?

Wie Ihr Content in Ihrem Unternehmen bleibt und trotzdem Reichweite erlangt

Unser Tipp: Schaffen Sie sich Ihre eigene Plattform. Stecken Sie Zeit und Ressourcen hinein, um sie für Suchmaschinen zu optimieren und ein eigenes Unternehmensbild zu entwickeln. Und nutzen Sie schließlich Ihr Facebook-Profil, um den Inhalten Reichweite zu verschaffen. Denn das ist die Stärke des Sozialen Netzwerkes: Vernetzen. So wissen Ihre Zielgruppen von Beginn an genau, wer Sie sind, was Sie anbieten und wo sie es sicher und zuverlässig bekommen können.

 

Autor: Nele Thumann

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Ein Beitrag von Aufgesang-Team



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