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Datenvisualisierung: Big Data als Chance fürs Content Marketing

05.Juli 2013 - Software und Tools -

Das Schlagwort „Big Data“ bietet neue Chancen für die PR und im Content Marketing. Die Herausforderung: Sinnvolle Ergebnisse aus der Menge an Informationen zu ziehen und diese optisch aufzubereiten – Datenvisualisierung, kurz „Datavis“. Das Potenzial des grafischen Darstellens komplexer Daten wurde längst erkannt, der Markt an Tools und Webservices boomt. Diese helfen, die unstrukturierte Informationsflut in wirkungsvolle Link-Magnete umzuwandeln. Ein Blick auf Tools und Möglichkeiten lohnt sich: Experten schätzen, dass in den nächsten drei Jahren mehr Daten gespeichert werden als in der gesamten menschlichen Entwicklung zuvor.

Datenvisualisierung fängt bei simplen Balkendiagrammen an und geht bis zum Darstellen von multidimensionalen Daten, Hierarchien und Algorithmen. Ob statisch oder dynamisch-interaktiv – Visualisierungen machen Kompliziertes einfach und Langweiliges interessant. Sie unterhalten und können mit kreativen und unkonventionellen Umsetzungen überraschen.

Ein ansprechendes Beispiel statischer Visualisierung liefert searchmetrics mit seiner Infografik über die Ergebnisse der Ranking-Faktoren-Studie 2013. Für größere Datenmengen bieten sich dynamisch-interaktive Visualisierungen an, diese laden ihren Betrachter zum „Stöbern“ ein. So kann er sich genau das anschauen, was ihn interessiert. Und: Solche Grafiken können sehr viele Informationen darstellen, ohne dass sie zu komplex werden. Die Passauer Neue Presse hat die Wasserstände des Hochwassers 2013 in Verbindung mit den Schlagzeilen über den gesamten Hochwasser-Zeitraum visualisiert und Google zeigt, „How search works“. Die Newsmap stellt die stetig wechselnde Nachrichtenlandschaft von Google News als Treemap dar. So kann der Betrachter Muster in der Berichterstattung über die Kulturen und die verschiedenen Rubriken hinweg ausmachen.

Datavis und Content Marketing

Content ist die DNA des Marketings. Mit Content buhlen die Unternehmen um die Aufmerksamkeit der Konsumenten. Visualisierungen sind besonders geeignet, um aus der Masse an Informationen im Internet herauszustechen und die Kernbarriere Aufmerksamkeit zu durchbrechen. Eine Studie der 3M Corporation hat herausgefunden, dass Menschen Bilder 60.000-mal schneller erfassen als Text. Visuelle Inhalte generieren vermutlich darum weitaus mehr Links als textbasierte, sie verbreiten sich gerade über Soziale Medien in sehr kurzer Zeit.

Webservices und Tools

Ansprechende Visualisierungen können Sie für Ihr Unternehmen selber erstellen. Webservices und Tools bieten hilfreiche Baukästen – kostenlos und Open Source. Im Folgenden stellen wir ein paar gängige Visualisierungstools vor.

Wenn Sie keine Programmierkenntnisse haben, sind Webservices für Sie geeignet, diese sind sehr einfach handhabbar. Die Ergebnisse sind folglich eher schlicht. Nachteilig ist darüber hinaus, dass der Anwender seine Grafiken in den meisten Fällen dem Anbieter überlässt. Trotzdem: Für das schnelle und unkomplizierte Darstellen von Daten durchaus empfehlenswert.

Many Eyes: Many Eyes ist ein Java-basierter Dienst von IBM. Das Programm ist frei zugänglich und ermöglicht das Visualisieren von beliebigen Daten online. Der Anwender hat die Wahl zwischen vielfältigen Darstellungen: Karten-Mashups, Treemaps, Bubble Charts… Eine kostenlose Anmeldung ist erforderlich, Vorkenntnisse nicht.

Google Charts Tools: Die Google Charts sind einfache Anwendungen und bedürfen kaum Einarbeitung. Die grafischen Möglichkeiten und Visualisierungstypen sind vielfältig. Die Anwender können auch dynamische Charts erstellen. Da diese online erstellt werden, kann das Darstellen offline allerdings Probleme bereiten.

Wordle: Wordle ist ein einfaches und kostenloses Werkzeug, um Tag-Clouds zu erstellen. Das Tool ist in der Lage, eine Sammlung von Worten nach Häufigkeit des Vorkommens zu analysieren und optisch entsprechend darzustellen. Die Nutzer können Schrift, Layout und Design anhand von vorgegebenen Alternativen variieren.

Visual.ly: Visual.ly integriert weit über 300.000 Infografiken. Aus diesen kann der Anwender ein Thema auswählen und mit den eigenen Daten in Sekundenschnelle die entsprechende Infografik erstellen. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Das Feature läuft Template-basiert und füllt Variablen mit eigenem Datenmaterial auf. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Erfolg sei Dank, boomt auch der Markt an Tools und Bibliotheken. Kostenlos zum Download verfügbar sind unter anderem das Desktop-Tool Gephi, das Java-basierte Programm Protovis, die Java-Script-Bibliothek D3 und die Action-Script-Bibliothek Flare. Mit diesen Tools können Sie umfassende interaktive Visualisierungen erstellen – Treemaps, Streamgraphs, Netzwerkvisualisierungen… Sie bieten viel Freiraum für eigenes Gestalten sowie Möglichkeiten, zu interagieren und zu analysieren. Im Gegenzug erfordern die Programme erste Programmierkenntnisse und eine Zeit der Einarbeitung. Auch Technik-Affinität ist hilfreich. Für die schnelle Grafik zwischendurch sollten Sie daher auf die Webservices zurückgreifen.

Form und Storytelling

Wer sich mit den Webservices und Tools beschäftigt, dem fällt schnell auf: Gute Daten müssen vorliegen. Geeignet sind Daten, wenn sie strukturiert sind und sinnvolle Inhalte darstellen. Gerade das Content Marketing lebt von hochwertigen Inhalten. Nutzlose oder unverständliche Visualisierungen können weder auf Links noch auf Shares hoffen.

Außerdem zu beachten: Form follows data. Wichtig ist, dass die Daten mithilfe der Visualisierung effizient nutzbar sind. Der Betrachter einer Visualisierung muss sich in kurzer Zeit einen Überblick über die in den Daten enthaltenen Informationen verschaffen können. Weniger ist dabei auch manchmal mehr. Wie bei jeder anderen PR-Maßnahme müssen sich Unternehmen über Ziel und Botschaft bewusst sein. Visualisierungstechnik und Datentyp orientieren sich an der Geschichte, die das Unternehmen vermitteln möchte. Denn darum geht es bei der Visualisierung von Daten in der PR: Digital Storytelling.

Übrigens: Eine Anleitung für gelungene PR mit Infografiken finden Sie hier.

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