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Datenjournalismus und Data-Mining: Wie Sie die Trends für sich nutzen

05.März 2015 - Software und Tools -

Wie das PR-Journal jüngst festgestellt hat, ist Datenjournalismus in Deutschland weiter auf Wachstumskurs. Es handelt sich dabei um die Sammlung und Analyse großer Datenmengen, die anschließend visuell aufbereitet werden. Oft sind diese Datensätze öffentlich zugänglich, doch aufgrund ihrer Masse und Komplexität schlichtweg unüberschaubar. Deshalb bemüht man sich die Informationen in Zusammenhänge zu bringen, einzuordnen und anhand von Daten Geschichten zu erzählen. Welche Möglichkeiten es dazu gibt und welche Tools sich dafür einfach nutzen lassen, zeigen wir Ihnen hier.

Visueller Journalismus und Datastorytelling

Der visuelle Journalismus, der mit Infografiken und Schaubildern arbeitet, ist die wohl am meisten verbreitete Form. Dies liegt unter anderem daran, dass die Umsetzung für Anfänger relativ leicht zu bewerkstelligen ist. Auch Unternehmen und Verbände können sich diesem Journalismus-Trend anpassen. Die Informationsgemeinschaft Deutsches Geflügel (IDEG) konnte mit einer Infografik ihre zehn Thesen zur deutschen Geflügelwirtschaft aufbereiten, um so attraktiven Content zu streuen. In einer anderen Grafik auf Spiegel Online wurden auf einer Deutschlandkarte diejenigen Gebiete markiert, in denen es die wenigsten Masern-Impfungen gibt. Damit konnte Versorgungsatlas.de auf Missstände bei der Gesundheitsvorsorge hinzuweisen. So lassen sich aus vielen ungeordneten Informationen attraktive Schaubilder formieren, die die Geschichte dahinter leicht verständlich auf den Punkt bringen.

Das Tool Datawrapper generiert aus einer einfachen Excel-Tabelle mit wenigen Klicks anschauliche Diagramme. In einer Beta-Version kann man neben Balken-, Kreis- und Liniendiagrammen auch Landkarten in die Darstellung einbeziehen. Besonders letztere eignen sich gut zum „Datastorytelling“. So lässt sich beispielsweise abbilden, in welchen Vierteln die meisten Fahrräder geklaut werden, um eindringlich zu verdeutlichen, wie wichtig Fahrradschlösser in diesen Gebieten sind. Eine echte Chance für Hersteller von Sicherheitstechnik im Bereich Content-PR zu punkten.

Vielfältige Möglichkeiten mit selbst gestalteten Karten

Ohne großen Aufwand oder Programmierfähigkeiten können Sie Google Maps Engine Lite nutzen, um eigene benutzerdefinierte Karten zu erstellen. Mit wenigen Klicks können Sie Ortsmarken, Wege oder Flächen markieren, benennen und genauer beschreiben. Weiterhin können Sie Ortsmarken mit Symbolen versehen. Um nicht alles manuell eintragen zu müssen, lassen sich sogar Tabellen importieren, die die Karte dann mittels Koordinaten oder Adressen anzeigt. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: von Tipps zu Wanderwegen über Firmenstandorte bis hin zum Vorkommen bestimmter Tierarten oder den besten Angelplätzen. Besonders im Zusammenhang mit Content-Marketing sind derartige Visualisierungen effizient einsetzbar.

Mit interaktiven Karten Geschichten erzählen

Wer etwas mehr Zeit und Geld in Analyse und Visualisierung investieren möchte, kann sein Data-Mining interaktiv gestalten, sodass sich die Nutzer selbst an die Recherche machen können. Ein anschauliches Beispiel bietet ein Projekt von Zeit Online, bei dem Vorratsdaten des Grünenpolitikers Malte Spitz zu einem detaillierten Bewegungsprofil fusioniert wurden. Damit konnte er zeigen, welche Informationen bei der Vorratsdatenspeicherung gesammelt werden und was sich alles daraus ableiten lässt.

Eine schöne Art des komplexeren Storytellings mit Daten ist „Wine, Beer or Spirits“. Hier können Nutzer selbst herausfinden, welche Länder welche Art von Alkohol bevorzugen. Eine interessante Möglichkeit des Content-Marketing für Getränkehersteller. In einem anderen Beispiel gingen der NDR und die Süddeutsche Zeitung dem „Geheimen Krieg“ auf die Spur. Entstanden ist ein interessantes und interaktives Tool, das im Bereich Corporate Publishing noch seinesgleichen sucht. Es vermittelt Nutzern ein anschauliches Bild des Themas und erzählt mithilfe von Karten, Bildern, Videos und Texten die Geschichte rund um die amerikanische Überwachung. Wer nicht gerade den eigenen Grafik-Designer oder Programmierer im Haus hat und mehr als eine schlichte Karte möchte, für den lohnt es sich natürlich, eine solche Visualisierung auszulagern, um professionelle Ergebnisse zu erhalten.

Welche Vorteile bieten Datenvisualisierungen?

Da die PR immer bestrebt war, sich an Entwicklungen im Journalismus anzupassen, sollten Unternehmen auch hier auf den Trend aufspringen. Infografiken, interaktive Karten und multimediale Anwendungen haben entscheidende Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Artikeln oder Pressemitteilungen: Zum einen lassen sich in damit komplexe und abstrakte Zusammenhänge einfach darstellen und strukturieren. Zum anderen muss sich der Nutzer aktiv mit den Inhalten beschäftigen und erhält als Belohnung genau diejenigen Informationen, die er selbst wünscht, was eine viel intensivere Auseinandersetzung mit den Themen ermöglicht.
Besonders Journalisten, deren Recherche-Zeit immer begrenzter ist, schätzen deshalb gut belegte und ansprechend aufbereitete Materialien, die Ihre Geschichten unterstützen.

Autor: Jan Reinholz

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