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Das duale Ausbildungssystem: NWJ impulse im Planet MID

26.Februar 2015 - Aufgesang unterwegs -

„Wohin passt dieses Thema besser als hier?“ Mit diesen Worten begrüßte Gastgeber Heiner Nebel vom Niedersächsischen Wirtschaftsjournal die Gäste zu den NWJ impulsen im Planet MID an der Expo Plaza wo die Fakultät 3 „Medien, Information und Design“ der Hochschule Hannover untergebracht ist. Am vergangenen Donnerstag, den 19. Februar, öffnete der Planet MID die Türen für die beliebte Networking-Veranstaltung. Unter dem Titel „Das duale Ausbildungssystem – Grundlage des Erfolgs der deutschen Wirtschaft“ lieferten fünf Impuls-Referenten interessante Einblicke in das Themenfeld der dualen Ausbildung.  Als Mitorganisator waren wir von Aufgesang natürlich auch wieder dabei.

Zunächst richtete Josef von Helden, Präsident der Hochschule Hannover, einige Grußworte an die Gäste. Dieser bestätigte Nebel: „Sie sind am richtigen Ort!“ Die Hochschule böte nämlich – thematisch passend – viele Möglichkeiten zur dualen Ausbildung. Von Helden informierte die Gäste über das vielfältige Fächerspektrum der Hochschule und verwies auf über 100 Kooperationen mit Hannoverschen Unternehmen.

Duale Ausbildung stark unterschätzt

Die Reihe der Impulsvorträge eröffnete Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover. Er berichtete, dass 60 Prozent der Auszubildenden in nur 15 Berufen ausgebildet werden. Aus diesem Grund müsse man Aufklärungsarbeit leisten, um die ganze Spannbreite der Möglichkeiten abzudecken. Die duale Ausbildung werde insgesamt stark unterschätzt, ermögliche sie doch die Verzahnung von Theorie und Praxis auf hohem Niveau und öffne ein extrem vielfältiges Spektrum.

Auf Bindung und Tradition legte besonders Frank Oettinger, Geschäftsführer der Carl Oettinger Gesundheitstechnik, in seinem Vortrag Wert. Er erzählte davon, wie sein Vater durch die herkömmliche Ausbildung zum Praktiker, er hingegen durch ein Studium zum Theoretiker ausgebildet wurde. Diese beiden Ausbildungswege zu verbinden und das Beste aus Theorie und Praxis mitzunehmen, böte Oettingers Einschätzung nach eine Vielzahl von Vorteilen. Besonders die langfristige Bindung und die Übermittlung der Werte und Traditionen des Betriebs, aber auch das vermittelte Know-how seien entscheidend.

Unternehmen in der Verantwortung

„Ausbilden ist anstrengend, kostet Geld, Zeit und vor allem Nerven. Man sollte es einfach sein lassen.“ Mit diesen provokanten Worten eröffnete Andreas Heidemann von der Uplegger Food Company seinen Impulsvortrag. Es sei jedoch die Verantwortung der Unternehmer, nicht länger über Fluktuation und Fachkräftemangel zu jammern, sondern sich den jungen Menschen anzunehmen. Studierende und Auszubildende seien Menschen mit Stärken und Schwächen, die von Unternehmen  gefördert oder ausgeglichen werden sollten. Ausbilder müssten ihren Leuten Vertrauen entgegenbringen, dabei aber realistisch sein: Zwar koste es immer noch Zeit, Geld und Nerven, sein Wissen weiterzugeben, jedoch sei dies eine Investition – nicht nur in die jungen Menschen, sondern auch in das Unternehmen selbst.

Von neuen Herausforderungen durch den kommunikationstechnischen Wandel berichtete Professor Martin Traub der Hochschule Hannover. Um den daraus resultierenden gestiegenen Anforderungen an Arbeitnehmer gerecht zu werden, bedürfe es anderer Wege bei der Berufsvorbereitung. Der im Wintersemester 2014/2015 neu gestartete Studiengang „Integrated Media & Communication“ sei  deshalb „doppelt dual“: Zu dem Studium an der Hochschule und Praxisphasen in Unternehmen komme außerdem eine schulische Berufsausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten. Der Absolvent verfüge nach Abschluss über ein breites Einsatzspektrum in Agenturen und Unternehmen.

„Nicht jammern, sondern unterstützen!“

Tina Voß, Unternehmerin des Jahres und Geschäftsführerin des Personaldienstleisters Tina Voß GmbH, fragte einleitend: „Ist Ausbildung sexy?“ Sie beantwortet die Frage mit einem klaren „Ja“. Die Ausbildung in Deutschland sei sehr gut, nicht umsonst gebe es hierzulande eine der niedrigsten Jugend-Arbeitslosenquoten überhaupt. Hinzu komme, dass die duale Ausbildung ein Exportschlager sei: In Indien bezahlten Eltern sogar für eine solche Ausbildung ihrer Kinder. Voß appellierte an die Anwesenden, jungen Leuten eine Chance zu geben und nicht nur auf die Zeugnisse zu schauen. Ähnlich ihrem Vorredner Heidemann solle man „nicht jammern, sondern unterstützen“.

Kaffee, Jazz-Musik und Tombola

Nach den fünf kurzweiligen Impulsvorträgen servierten die Caterer von „vomfeinsten“ kalte und warme Speisen, während die Hannoversche Kaffee-Manufaktur Kaffeespezialitäten reichte.  Die Old Virginny Jazz Band sorgte für eine stimmungsvolle Untermalung des Abends. Im Anschluss an anregende Gespräche konnten die Gäste bei der Tombola wieder einige tolle Preise gewinnen – darunter Kalender des Fotografen Marc Theis, Karten der Werkstatt-Galerie Calenberg, all4golf Gutscheine und Erlebnisfahrten im BMW i3.

Gemeinsam mit unseren Partnern von den Werbestrategen, dem Umweltdruckhaus, Lettershop Brendler und NOT REAL! freuen wir uns auf die nächsten NWJ impulse.

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Ein Beitrag von Sandra Schütz



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