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Content Marketing: Kundenkommunikation mit Mehrwert

06.Oktober 2014 - Gastbeiträge -

„Seit wir Schauma nehmen, fühlt sich dein Haar viel besser an“ oder „Meister Proper putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann“… Wer kennt sie noch, die Werbeslogans aus den siebziger und achtziger Jahren? Die Zeiten, in denen Unternehmen ihre Kunden durch Werbebotschaften überzeugen konnten, sind lange vorbei.

Neue Anforderungen an die Kundenkommunikation

Die Verbraucher sind in den letzten Jahrzehnten misstrauischer geworden und glauben nicht mehr alles, was ihnen Unternehmen erzählen – nicht zuletzt wegen der rasanten Entwicklung des Internets zu einem der wichtigsten Kommunikationskanäle. Jeder, der einen Internetanschluss besitzt, kann innerhalb weniger Minuten an die Informationen gelangen, die er benötigt. Was für den Endverbraucher eine ungemeine Zeit- und Aufwandsersparnis bedeutet, ist für Unternehmen eine neue Herausforderung. Sie fragen sich: Wie können wir den Kunden unsere Produkte schmackhaft machen, wenn sie sich immer mehr auf ihre eigene Recherche und die Meinung anderer verlassen, als auf die Botschaften, die wir kommunizieren? Und noch wichtiger, wie können wir Kunden dauerhaft an unser Unternehmen binden, Glaubwürdigkeit vermitteln und Vertrauen aufbauen?

Lösungsansatz Content Marketing

Eine Möglichkeit für Unternehmen, den neuen Anforderungen an die Kundenkommunikation gerecht zu werden, ist der Einsatz einer Content-Marketing-Strategie. Darunter versteht man eine Kommunikationsstrategie, die mithilfe nicht-werblicher Inhalte auf Probleme und Interessen von bestehenden und potenziellen Kunden eingeht und ihnen einen Mehrwert bietet, ohne das Unternehmen und seine Produkte dabei in den Vordergrund zu stellen.

Kommunikationsziele festlegen

Eine dauerhafte Bindung der Kunden an ein Unternehmen ist das Hauptziel von Content Marketing. Die folgenden Unterziele können das Erreichen dieses Hauptziels unterstützen.

1. Potenzielle Kunden auf das Unternehmen aufmerksam machen

Emotionaler Content eignet sich besser dafür, die Aufmerksamkeit von Kunden zu gewinnen, als trockene Fakten. Storytelling, beispielsweise auf einem Blog, weckt Interesse und führt im Idealfall dazu, dass potenzielle Kunden sich mit der erzählten Geschichte identifizieren. Sind die Inhalte so originell, dass sie geteilt werden, können sie sich viral im Netz ausbreiten und bescheren dem Unternehmen Aufmerksamkeit. Eine andere Möglichkeit ist das Anbieten nützlicher Informationen, zum Beispiel in Form einer Kochbuch-App eines Lebensmittelherstellers. Die Kunden suchen eine solche App für ihr Smartphone vorrangig, weil sie gerne ein paar neue Rezepte ausprobieren möchten. Ganz nebenbei lesen sie aber auch den Namen des Unternehmens, das dahintersteckt.

2. Bei Problemen oder der Suche nach speziellen Informationen helfen

Hierfür bietet sich informativer Content an, zum Beispiel How-to-Anleitungen oder Ratgeber. Sie können auf Webseiten, Blogs, in Kundenzeitschriften und sozialen Netzwerken verbreitet werden. Veröffentlicht ein Autoreifenhersteller eine Anleitung zum Reifenwechseln oder ein Kosmetikunternehmen Schminktipps, steht hier nicht das Unternehmen im Vordergrund. Die Kunden wissen aber dennoch, wie die Produkte des Unternehmens ihnen in einer bestimmten Situation helfen können und werden darauf zurückgreifen, falls sie diese Inhalte positiv in Erinnerung behalten.

3. Das Unternehmen als glaubwürdige Informationsquelle wahrnehmen

Glaubwürdigkeit kann dadurch erreicht werden, Content zu verbreiten, der von den Kunden nicht als Werbung wahrgenommen wird. Den gleichen Effekt haben Informationen auf Unternehmenswebseiten oder -blogs, wie Experten-Interviews, Branchennews, Studien oder Verlinkungen zu anderen Webseiten, die beweisen: Das Unternehmen schaut über den Tellerrand und redet nicht nur über sich selbst. Mit Hintergrundinformationen, zum Beispiel zur Herstellung ihrer Produkte, können Unternehmen zeigen, dass sie ihren Kunden nichts verheimlichen wollen. Hier eignen sich besonders Podcasts, Reportagen in der Kundenzeitschrift oder Videos in den sozialen Netzwerken.

4. Unterhaltung der Kunden durch Unternehmenscontent

Unterhaltende Inhalte können positive Emotionen gegenüber einem Unternehmen wecken. So können Mitarbeiter eines Herstellers für Kinderbekleidung beispielsweise auf einem Blog oder in einer Kolumne in der Kundenzeitschrift über lustige Erlebnisse mit ihren Kindern berichten. Kunden könnten hier ebenfalls mit einbezogen werden und Alltagsgeschichten mit ihren eigenen Kindern einsenden.
Spiele in Form von Apps oder Widgets helfen, Kunden durch kontinuierliche Nutzung an das Unternehmen zu binden. Darüber hinaus können auch Events wie ein Tag der offenen Tür die Kunden unterhalten.

5. Austausch auf verschiedenen Kommunikationskanälen

Dialog trägt dazu bei, dass Kunden das Unternehmen als Ansprechpartner auf Augenhöhe wahrnehmen, Lob und Kritik äußern können und oft sogar die Möglichkeit erhalten, an der Entwicklung oder Verbesserung von Produkten mitzuwirken. Dieser Austausch kann online durch Kontaktformulare, Chats oder Kommentarfunktionen oder offline durch Leserbriefseiten, Hotlines und bei Veranstaltungen während Diskussionsrunden oder an einem Messestand stattfinden.

Fazit

  • Je höher der Nutz- und Mehrwert der Inhalte, die ein Unternehmen bereitstellt, desto höher ist das Interesse der Kunden, auf diese Inhalte zurückzugreifen.
  • Eine crossmediale Verbreitung von Inhalten sowie ein Mix aus interessanten Informationen, Unterhaltung, Emotionen und Dialog zwischen Kunden und Unternehmen bilden die Grundlagen für eine ideale Content-Marketing-Strategie.

 

Die Autorin:

Mareike LudwigMareike Ludwig ist 22 Jahre alt und hat im Sommer 2014 ihren Bachelor-Abschluss im Fach Public Relations an der Hochschule Hannover erlangt. Für die Themen Social Media, Online-Kommunikation und neue Kommunikationsstrategien entwickelte sie im Laufe ihres Studiums besonderes Interesse. Aus diesem Grund verfasste sie ihre Bachelorarbeit zum Thema Content Marketing. Ihr Master-Studium im Fach Angewandte Kommunikationswissenschaft wird Mareike Ludwig ab Oktober an der Fachhochschule Kiel beginnen.

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