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Aufgesang on tour: Die Online Marketing Konferenz Bielefeld OMKB 2017 – Ein Recap

05.April 2017 - Aufgesang unterwegs -

Am letzten Freitag fand die zweite Online-Marketing-Konferenz in Bielefeld statt: Für mich als gebürtigen Bielefelder natürlich ein Pflichtprogramm! Die Konferenz fand wieder in der Stadthalle statt und teilte sich in größere Vortragsräume und kleinere Workshops mit entsprechend kleiner Teilnehmerzahl auf. Im Gegensatz zu anderen Konferenzen sind pro Slot glatte 60 Minuten vorgesehen, was schon für eine etwas höhere Detaildichte sorgt als bei kürzeren Vorträgen. Auch dieses Jahr war das Programm wieder voll mit guten Vorträgen zu den unterschiedlichsten Themen. Nachfolgend möchte ich meine Highlights vorstellen.

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Google-Strafen von Kaspar Szymanski

Kaspar ist ein ehemaliger Googler aus dem Search-Quality-Team, welches sich unter anderem um die manuellen Strafen kümmerte. Mittlerweile als SEO-Consultant selbstständig, konnte er natürlich aus dem Nähkästchen plaudern.

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Zu Beginn verwies er auf die Guidelines von Google, die sehr oft geupdatet werden, was jedoch nicht jedes Mal publik gemacht wird. Er empfahl die englische Version zu nutzen, da Übersetzungen allesamt sehr holprig seien. Strafen an sich können auf drei Ebenen greifen. Seitenweit, auf Verzeichnisebene oder bei einzelnen Dokumenten. Genau ausgewiesen wird dies jedoch nicht, der Webmaster muss dies selbstständig herausfinden.
Alle Strafen, die sich auf „unnatural inbound links“ beziehen, gelten nur für Follow-Links. Alle anderen werden durch Google gar nicht erst in Betracht gezogen.

Bei der Analyse und der Beseitigung von negativen Dingen ist vor allem die Dokumentation wichtig. Zum einen für die Nachvollziehbarkeit und für den späteren „reconsideration request“ und zum anderen natürlich auch für das eigene Learning.

 

Apropos „reconsideration request“: Kaspar empfahl, diesen lieber kürzer als länger zu halten. Man solle beantworten, was gemacht wurde und welche Schritte unternommen wurden. Zahlen würden hierbei sehr helfen. Von jeglichen Mitleidsfloskeln oder gar Drohungen solle man absehen, da es reine Zeitverschwendung sei.
Zum Thema Zeit: Wenn möglich sollte der „reconsideration request“ im Dezember abgeschickt werden, da hier die Antwortzeit von Google am kürzesten ist (ca. 8 Stunden). Google führt im Dezember keine Tests durch, um das Weihnachtsgeschäft möglichst nicht zu beeinflussen.

Top-Learning des Vortrags:

Je öfter SC-Linkdaten gedownloadet werden, desto häufiger werden sie aktualisiert. Man solle die Links aus der Search Console also wirklich oft herunterladen und abspeichern.

 

Mobile-Conversion-Optimierung von Nils Kattau

Nils Kattau aus Berlin ist einer der umtriebigsten Conversion-Optimierer weltweit, zumindest laut seiner Aussage und den über 1800 AB-Tests, die er bisher durchführte.

Zuerst nahm sich Nils sein E-Mail-Postfach vor und ging die Betreffzeilen einiger E-Mails durch. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Zahlen und Symbole aus dem normalen Schriftbild heraus- und somit auffallen. Zudem fallen die ersten und letzten Worte eines Satzes besonders auf. Natürlich auch ein Fakt, den man in die Snippet-Optimierung der Suchanzeigen oder organischen Ergebnisse einfließen lassen solle.

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Interessanterweise ist der Fakt „above the fold“ auf mobilen Endgeräten nicht so wichtig, da Nutzer die Scroll-Bewegung aus  — unter anderem dem Facebook-Stream — schon so verinnerlicht haben, dass wichtige Informationen auch gerne weiter unten platziert werden sollten.

Weiterhin solle man auf die spezifischen Einwände von Nutzern eingehen. Als Beispiel war hierbei eis.de genannt, die mit einer spezifischen und natürlich neutralen Absenderadresse werben.

Zum Schluss konnte Nils sich nicht verkneifen, die Konferenz-Website zu überprüfen. Soviel Lob es für die übersichtliche Programmvorschau auf der Desktop-Variante gab, so vernichtend fiel das Fazit für mobile Geräte aus. Während Nutzer auf der Desktop-Version nach Uhrzeit sortieren konnte, blieb  auf mobilen Geräten nur die Auswahl nach Räumen. Dies zog unnötige Wechsel nach sich. Fazit hier: Man soll auf gleiche Funktionalität sowohl auf Desktop als auch bei der mobilen Geräten achten.

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Erstes Top-Learning des Vortrags:

Farben von „Call to Action“- Buttons sollen zum Seitendesign invertieren. So fallen sie besonders gut auf.

Zweites Top-Learning des Vortrags:

Bei Formularen soll das HTML5 Tag „input“ genutzt werden, um dem Nutzer im jeweiligen Feld die richtige Tastatur anzuzeigen.

 

Ganzheitliches Marketing durch Google Analytics von Timo Aden

Timo Aden ist ebenfalls ehemaliger Googler und mittlerweile Gründer und Geschäftsführer von Trakken mit Hauptsitz in Hamburg.

In seinem Vortrag ging es um das Arbeiten mit Google Analytics und was zu beachten ist, um sinnvolle Daten zu erhalten.

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Zunächst ging er auf eine von Trakken erhobene Studie ein, die beantwortet wo die größten Herausforderungen dieses Jahr im Bereich Digital Analytics liegen.
Ganz vorne ist der Punkt Datenqualität.

Die Datenerhebung hat den größten Teil des Vortrages eingenommen. Dieser erste von drei Teilbereichen ist besonders wichtig, um später sinnvolle Daten zu erhalten.

Hierzu gehört neben der Nutzung von User-IDs auch die konsequente Nutzung von Kampagnen-Parametern,  aber auch, wie nachfolgend aufgelistet zu sehen, die Filter, Custom Dimensions sowie das „enhanced e-commerce“, um beispielsweise Retouren-Quoten einberechnen zu können.

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Top-Learning des Vortrags:

Um Daten in Analytics zu importieren, soll das Measurement-Protokoll genutzt werden, zum Beispiel beim Online- und Offline-Tracking.

 

 

 

 

Pagespeed 2.0 mit Herbert Hartung

Herbert Hartung von der isa media Agentur aus Detmold hat mit dem letzten Slot den technischen Part der Konferenz, jedenfalls für mich, erfüllt.

Die Learnings aus dem Vortrag, der kurzweilig und durch reale Kundenprojekten sehr anschaulich dargestellt war, lassen sich am besten als Auflistung wiedergeben:

  • Varnish-Optimierung, eine Caching Software, die sich vor jede beliebige Seite schalten lässt und http nutzt. Es soll auch ein WordPress Plugin dazu geben.
  • Der Referent empfiehlt die standardmäßige Nutzung von „preconnect“ und „prefetch“.
  • Große Bilder sollten Inline als „Base64“ genutzt werden. Für mich ein komplett neuer Punkt, den ich selbst erstmal auf kleiner Flamme testen möchte.
  • Achtet auf die JQuery-Version und nutzt regelmäßig die neueste Version, da diese meist schneller ist.
  • Checkt die Website auf Hidden Images. Bilder, die nicht gezeigt werden, müssen auch nicht geladen werden.
  • Regelanzahl in CSS-Dateien checken.
  • CSS-Dateien in Seitenbereiche aufteilen, so müssen gleichbleibende Seitenelemente nicht neu geladen werden. Dieses Vorgehen ist bei http2 zu empfehlen.

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Erstes Top-Learning des Vortrags:

Beachtet das „recalculate“. Wenn das am weitesten unten liegende Elemente berechnet wird und dort eventuell Abstände gelten, kann es sein, dass darüber liegende Elemente wieder neu berechnet werden müssen, da Abstände nicht mehr passen. Das führt zu doppeltem Laden — was vermieden werden sollte.

Zweites Top-Learning des Vortrags:

Hierbei handelt es sich nicht um ein direktes Learning, sondern eher um eine Tool-Empfehlung. Und zwar „Google Chrome Canary“. Mit diesem Browser können Geschwindigkeiten sehr granular runtergebrochen werden.

 

AI Content von Wolf Nic Galetzki

Diesen Vortrag fand ich besonders interessant, da ich grundsätzlich kein großer Freund von automatisiertem Inhalt bin.

Jedoch hat Wolf Galetzki nach einer kurzen Einführung über Natural Language Processing kurz erläutert, auf welcher Basis Inhalte erstellt werden. Diesen Ansatz finde ich sehr interessant und werde ihn definitiv testen, um mir ein eigenes Bild zu machen.

Sinn des Programms ist es, aufgrund von strukturierten Daten und immer wieder laufenden Trainings, Inhalte auf Basis eines ursprünglichen Inhalts zu erstellen. Ich verwende absichtlich nicht das Wort spinnen, weil es der Funktionalität nicht gerecht werden würde.

Besonders wichtig ist zu verstehen, dass das Programm keinen Texter ersetzt, sondern nur die Arbeit machen soll, auf die kein Texter Lust haben. Es fiel das Beispiel von rund 200 ähnlichen Bettgestellen. Hier hat keiner Lust, die Inhalte zu schreiben.

Die Texterstellung des Programms erfolgt dabei regelbasiert. Diese Regeln, wie beispielsweise Geschlechter, Farben oder auch das Wetter, werden im Vorfeld definiert und durch das Programm angewendet. Eine typische „if-then-else“-Verknüpfung.

Wer jetzt ebenfalls angefixt ist und sich weiter informieren möchte, kann das hier bei Datista tun.

Top-Learning des Vortrags:

Kein Learning, aber es macht Lust auf das Testen und vor allem auf die Ergebnisse!

Das Wiedersehen, das Drumherum und der feuchtfröhliche Abschluss

Besonders gefreut habe ich mich, Korbinian Spann wiederzusehen. Ich habe zusammen mit ihm vor einigen Jahren in einer Münchner Agentur gearbeitet und ihn seitdem auch nur sehr sporadisch gesehen. Er hat einen sehr spannenden Vortrag zur Daten-Aggregierung mittels Tableau gehalten. Sehr interessant fand ich, wie verschiedenste Datenquellen in einem Dashboard zusammengefasst werden. Nachteilig ist hingegen, dass dieses aufgrund des Preises, nur in Konzernen abzubilden ist.

Daher möchte ich folgende Folie aus seinem Vortrag als mein Top-Learning des Vortrags herausgreifen:

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Nach den Vorträgen gab es das obligatorische „Come Together“ an der Bar mit dem einen oder anderen Kaltgetränk. Hier konnten noch einige neue Kontakte geknüpft und Alte wieder aufgefrischt oder gefestigt werden.

Spezieller Dank geht hierbei an die trinkfeste Runde um Tobias Fox, Wolf Galetzki, Korbinian Spann, René Dhemant & Co.!

 

 

Fazit

Das Konferenzfazit darf natürlich nicht fehlen. Die zweite Auflage der OMKB war für mich vom Speaker-Feld und der Qualität der Vorträge eine Steigerung zum letzten Jahr. Auch die Dauer und somit die etwas intensivere Behandlung einzelner Themen gefielen mir sehr gut. Ich habe größtenteils versucht, die Workshops statt der Vorträge auf den großen Bühnen zu besuchen. Hier liegt meiner Meinung nach das große Plus der Konferenz. Die Workshops bestehen aus keinem Frontalvortrag, sondern aus Diskussionen und Arbeiten an aktuellen und realen Problemstellungen.

Für die großen Vorträge wurden allerdings Scribbles angelegt. Alle Scribbles gibt es direkt bei Facebook zu sehen!

Alles in allem war es wieder eine sehr gelungene Auflage der OMKB von Thorsten Piening und seinem Team der qualitytraffic Agentur!

Die dritte Auflage findet am 27. April 2018 statt. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein!

 

Autor: Moritz Aubke

 

 

 

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Ein Beitrag von Aufgesang-Team



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